Investitionsalternativen im Mittelstand: Leasing ist Trumpf

Investitionsalternativen im Mittelstand: Leasing ist Trumpf

, aktualisiert 06. Juni 2016, 12:47 Uhr
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Viele Unternehmen meiden den Kauf von Fahrzeugen.

von Gian HessamiQuelle:Handelsblatt Online

Vorzüge wie geringe Kapitalbildung und Bilanzneutralität überzeugen viele Firmen. Welche Vorteile findige Unternehmer neben den bekannten Steuernachlässen noch von Leasingverträgen haben.

AachenOb Fahrzeuge, Industriemaschinen, IT-Equipment oder komplette Fabrikanlagen: Leasing ist im Mittelstand fest verwurzelt. Drei von vier mittelständischen Unternehmen ziehen Leasing regelmäßig in Betracht, wenn sie Investitionen planen. Für 40 Prozent ist Leasing erste Wahl bei Investitionsplänen, der Investitionskredit folgt mit deutlichem Abstand.

„Eine Firma kann neue Technologien früher und schneller einführen und damit besser auf sich ändernde Anforderungen des Marktes reagieren“, beschreibt etwa der Leasing-Anbieter Grenkeleasing die Vorteile. Das im SDax notierte Unternehmen hat sich auf Leasing von Bürokommunikations-Geräten für kleinere und mittelgroße Firmen spezialisiert.

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Aber auch die geringe Kapitalbindung macht die Finanzierungsform für viele attraktiv. Im Gegensatz zur Barzahlung zahlt der Leasingnehmer in der Regel eine monatliche Nutzungsgebühr. Dies schont die Liquidität und entlastet die Kreditlinien bei den Banken. Im optimalen Fall kann das Unternehmen die Leasingraten mit den Überschüssen finanzieren, die das geleaste Projekt erwirtschaftet.

Außerdem ist die Investition bilanzneutral, weil die Leasinggesellschaft – und nicht der Leasingnehmer – die geleasten Güter bilanziert. Damit entfällt der Vermögensposten auf der Aktivseite. Zugleich verringern sich die Verbindlichkeiten auf der Passivseite im Vergleich zu einer Kreditfinanzierung. Eine geringere Bilanzsumme wiederum erhöht die Leistungskennzahlen der Unternehmensbewertung. So verbessert sich die Eigenkapitalquote, was sich wiederum positiv auf das Kreditrating auswirkt.


Stille Reserven mobilisieren

Als wichtigste Aspekte für Investitionen mittels Leasing nennen laut Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) mittelständische Unternehmen die Liquiditätsschonung, die gleichmäßige und genaue Kalkulierbarkeit der Kosten sowie die Möglichkeit, Betriebsmittel auf dem neusten Stand nutzen zu können. Aber auch ergänzende Dienstleistungen gewinnen für den Mittelstand aktuell und in Zukunft immer stärker an Bedeutung, wie die aktuelle TNS-Marktstudie des BDL zeigt.

„Die Planbarkeit und Transparenz der Investitionskosten ist ein entscheidendes Argument für Unternehmen, Leasing zu nutzen. In seiner Wirkung ist es mit einer 100-prozentigen Fremdfinanzierung vergleichbar, die in der Kreditwirtschaft praktisch nicht angeboten wird“, sagt BDL-Hauptgeschäftsführer Horst Fitter. Nach dem „Pay-as-you-earn-Prinzip“ ließen sich die Leasingraten aus den Erträgen des Investitionsobjekts bestreiten. Dadurch schone Leasing die Liquidität und lasse Kreditlinien unberührt.

Darüber hinaus lassen sich mit der Leasingvariante „Sale-and-lease-back“ auch stille Reserven mobilisieren. Die Leasing-Gesellschaft kauft das Leasing-Objekt vom künftigen Leasing-Nehmer und verleast es diesem anschließend wieder zurück. Dadurch erzielt der Leasing-Nehmer einen Liquiditätszufluss, verbessert die Bilanzkennzahlen und optimiert die Bilanzstruktur.

„Die Möglichkeiten, ergänzend zur Finanzierung Serviceleistungen der Leasing-Gesellschaften zu nutzen, werden noch nicht ausreichend ausgeschöpft“, findet Fittler. Leasing-Gesellschaften böten ihren Kunden Wartungsarbeiten über Versicherungsleistungen bis hin zum Full-Service-Vertrag an. „Leasing-Gesellschaften sind zudem Experten für die einzelnen Wirtschaftsgüter und können ihre Kunden bereits bei der Auswahl und Nutzungsoptimierung beraten“, ergänzt er.

Quelle:  Handelsblatt Online
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