Investment in Venezuela: Hat Goldman Sachs Maduro geholfen?

Investment in Venezuela: Hat Goldman Sachs Maduro geholfen?

, aktualisiert 30. Mai 2017, 21:04 Uhr
von Frank WiebeQuelle:Handelsblatt Online

Oppositionspolitiker in Venezuela machen Goldman Sachs Vorhaltungen, weil die Bank Anleihen der staatlichen Ölgesellschaft gekauft hat. Das Geschäft weckt Erinnerungen an ein umstrittenes Investment in Griechenland.

New YorkDie Opposition Venezuelas macht Goldman Sachs schwere Vorwürfe wegen eines Anleihegeschäfts. Julio Borges, der Präsident der Nationalversammlung des Landes, hält der Bank vor, den Präsidenten des Landes, Nicolás Maduro zu unterstützen. Der Kauf von Anleihen im Nennwert von 2,8 Milliarden Dollar entlaste Maduro „und sein autoritäres Regime, das systematisch die Menschenrechte verletzt“, sagte Borges. Er fügte hinzu: „Ich beabsichtige, jeder künftigen demokratischen Regierung von Venezuela zu empfehlen, diese Anleihen nicht anzuerkennen und zu bezahlen.“

Borges reagierte damit auf einen Artikel des „Wall Street Journal“, das zuerst über den Deal berichtet hatte. Danach hat Goldman die Bonds, die 2022 auslaufen, mit 69 Prozent Abschlag gekauft. Ausgegeben wurden sie von der staatlichen Ölfirma Petróleos de Venezula, die in enger Verbindung mit der Regierung steht. In Venezuela spitzt sich seit Monaten eine politische und wirtschaftliche Krise zu, die zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und zum Teil auch zu Engpässen bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten geführt hat.

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Goldman Sachs rechtfertigt sich mit der Stellungnahme: „Wir haben in diese Bonds investiert, weil wir glauben, dass sich die Situation in dem Land im Laufe der Zeit verbessern wird.“ Die Bank hat die Anleihen nach eigenen Angaben für Fonds und Depots von Kunden erworben. „Wir stimmen zu, dass das Leben dort besser werden muss, und wir haben das Investment zum Teil gemacht, weil wir glauben, dass es auch besser wird“, heißt es.

Die Bank sieht sich nicht zum ersten Mal politischen Vorwürfen ausgesetzt. Im Jahr 2000 hatte sie ein Swap-Geschäft mit Griechenland abgeschlossen, das dem Land ermöglichte, seine Schuldenlast optisch aufzubessern, und so den Eintritt in die Euro-Zone erleichterte. Es ist nie ganz klar geworden, wie viel Goldman daran verdient hat.

Für die Banker war es damals ein ganz normales Geschäft, das auf Betreiben der griechischen Regierung zustande kam. Von außen sah es aus wie eine Unterstützung der Regierung bei dem Versuch, die wahre Finanzlage zu verschleiern und so die anderen Euro-Länder hinters Licht zu führen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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