Investmentbanking: Regionalbanken knöpfen Wall Street Märkte ab

Investmentbanking: Regionalbanken knöpfen Wall Street Märkte ab

, aktualisiert 27. Juli 2017, 15:22 Uhr
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Fähigkeiten im Bereich des Investmentbanking ausgebaut.

Quelle:Handelsblatt Online

Atlanta und Cleveland sind weit von der Wall Street entfernt. Doch Banken aus Städten wie diesen dringen in die Kapitalmärkte und machen den Geldhäusern aus New York Konkurrenz – mit Erfolg.

New YorkSunTrust Banks Inc., KeyCorp und Citizens Financial Group gehören zu Regionalbanken, die ihre Fähigkeiten im Bereich des Investmentbanking ausgebaut haben - während hartnäckig niedrige Zinsen anderenorts auf die Gewinne drücken. Jetzt ernten sie den Lohn dafür: Sie alle berichten rekordhohe Gebühreneinnahmen in den Sparten für das erste Halbjahr 2017.

Die Erträge aus dem Investmentbanking bei sieben der elf größten Regionalbanken, die entsprechende Ergebnisse gesondert ausweisen, sind in den ersten sechs Monaten des Jahres zusammengenommen um 339 Millionen Dollar angestiegen.

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Die Banken bieten unter anderem Beratung zu Fusionen, Konsortialführung bei Anleihen und Begleitung bei der Kapitalbeschaffung all jenen mittelgroßen Firmen an, um die sie sich seit langem bereits mit Routine-Bankdiensten kümmern.

Dieses Segment des Marktes hatte in den vergangenen Jahren Interesse an Wachstum gezeigt. Rund 31 Prozent der Firmenmanager in einer Umfrage von SunTrust erklärten unlängst, dass sie eine große Kapitalinvestition in den kommenden fünf Jahren tätigen wollen. Und 17 Prozent erklärten, sie hätten Interesse an der Akquisition eines anderen Unternehmens.

Die entsprechenden Geschäftsbereiche der Regionalbanken sind zwar deutlich kleiner als bei den Branchenschwergewichten wie etwa JPMorgan Chase & Co. Doch die Tatsache, dass die kleineren Finanzinstitute ein Ertragswachstum im Investmentbankgengeschäft in einem Quartal berichten, in dem Goldman Sachs Group Inc. einen Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausweist, spricht Bände.


Starke Aktivität bei Finanzierungen

"Das ist ein sehr ausgeprägter Bereich unseres Geschäftsmodells", sagt Beth Mooney, Vorstandschefin von KeyCorp, in einem telefonischen Interview mit Bloomberg. "Wall Street steckt viel tiefer im Handel und in Market-Making-Aktivitäten als in Kern-Kundenbeziehungs-Investmentbanking und Beratung für mittelgroße Unternehmen."

SunTrust war besonders engagiert beim Ausbau der Fähigkeiten. Im vergangenen Jahr erklärte die Bank, sie wolle 200 Leute einstellen im Rahmen von Bemühungen, die Beratung zu Fusionen und Übernahmen für mittelgroße Firmen auszubauen. Die Bank expandierte zudem über ihre Heimatbasis im Südosten der USA hinaus. Unter anderem in San Francisco, Chicago und Dallas wurden neue Geschäftsstellen eröffnet.

Die Erträge aus dem Investmentbanking stiegen im vergangenen Quartal dann auch um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 147 Millionen Dollar, wie SunTrust vor wenigen Tagen mitteilte. Begründet wurde dies unter anderem mit stärkerer Aktivität bei syndizierten Finanzierungen und der M&A-Beratung.

Bei KeyCorp kletterten die Erträge aus dem Investmentbanking und der Platzierung von Anleihen in dem Quartal sogar um 38 Prozent auf 135 Millionen Dollar. Die Bank aus Cleveland hatte ebenfalls neue Mitarbeiter an Bord geholt und so unter anderem die Teams rund um Aktienverkauf und -Handel gestärkt.

Citizens Financial aus Providence, Rhode Island, verzeichnete derweil ein Plus von 34 Prozent auf 51 Millionen Dollar bei den Erträgen aus dem Kapitalmarktgeschäft. CEO Bruce Van Saun machte dafür ein starkes Kredit-Syndizierungsgeschäft verantwortlich. Im Mai hatte die Bank Western Reserve Partners übernommen, einen Berater für Fusionen und Übernahmen aus Cleveland. Dadurch wuchs die Kapitalmarktsparte um rund 30 Banker.

„Wir haben das Gesamtgewicht und die Qualität unserer Kapitalmarktambitionen ausgebaut", sagt Van Saun in einem Interview mit Bloomberg. "Daher ist es eine Kombination aus einer wachsenden Kundenbasis und der Vergrößerung der Fähigkeiten, die zu dieser Zugkraft führten.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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