Iran: Deutsche Unternehmer sollten kein „El Dorado“ erwarten

Iran: Deutsche Unternehmer sollten kein „El Dorado“ erwarten

, aktualisiert 25. Januar 2016, 14:54 Uhr
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Nach der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran hoffen vor allem deutsche Exporteure auf neue Geschäfte. Dass aber „sofort das Gold auf der Straße liegt“, sollte keiner kurzfristig erwarten, sagt der Chefvolkswirt der Euler-Hermes-Gruppe, Ludovic Subran.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach dem Ende der Sanktionen bietet der Iran deutschen Exporteuren riesige Chancen, urteilt eine Studie. Kurzfristig dürften die Unternehmen aber kein „El Dorado“ erwarten, meint der Kreditversicherer Euler Hermes.

BerlinDer Iran bietet der deutschen Wirtschaft nach einer Studie des Kreditversicherers Euler Hermes zwar riesige Chancen, ein „El Dorado“ sollten die deutschen Unternehmen aber nicht erwarten.

„Die wirtschaftlichen Potenziale im Iran sind groß, gerade auch für deutsche Exporteure“, erklärte der Chefvolkswirt der Euler-Hermes-Gruppe, Ludovic Subran, am Montag. Dass aber nach der Aufhebung der Sanktionen wegen des beigelegten Atomstreits „sofort das Gold auf der Straße liegt“, sollte keiner für die nahe Zukunft meinen.

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Einen Finanzdienstleistungssektor gebe es momentan kaum. Auch muss dem Versicherer zufolge zunächst mit erheblichen Währungs- und Kreditrisiken und auch politischen Risiken gerechnet werden.

Mittel- und langfristig hält Euler Hermes den Iran mit seinen 80 Millionen potenziellen Kunden aber dennoch für hochinteressant. Für die deutsche Wirtschaft spreche, dass sie in den Branchen besonders stark sei, in denen im Iran hoher Nachholbedarf und daher steigende Nachfrage zu erwarten seien. Das gelte für Bereiche wie Nahrung, Medizin, Waschmaschinen, Autos, Produktionsanlagen und Infrastruktur.

Wie der deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält auch Euler Hermes eine Verdopplung der deutschen Exporte in den Iran auf etwa fünf Milliarden Euro für machbar – trotz großer Konkurrenz durch China. Zugleich warnt der Versicherer vor einer Reihe großer Risiken. So könnten die Sanktionen im Finanzbereich erst mit zuletzt aufgehoben werden. „Derzeit fehlen im Iran jedoch Finanzdienstleistungen wie Banken und Versicherungen“, sagte Subran.

Unsicherheiten drohten auch von der Währungsseite. „Derzeit herrscht im Iran ein einziges Währungschaos – das wird auch beim Aufheben der Sanktionen zunächst weiterbestehen“, erklärte der Versicherer. Hinzu kämen Bürokratiehürden und Bonitätsprobleme bei iranischen Partnern. Ohne eine Absicherung sei dieses Risiko „enorm“.

Quellle:  Handelsblatt Online
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