IT-Dienstleister Atos: Erfolgreicher Neuanfang

IT-Dienstleister Atos: Erfolgreicher Neuanfang

, aktualisiert 25. April 2017, 12:37 Uhr
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Das französische Unternehmen ist weiter als IT-Dienstleister für Siemens aktiv.

von Axel HöpnerQuelle:Handelsblatt Online

Manchmal hilft etwas Distanz beim Neuanfang: Der Kauf von SIS durch den IT-Dienstleister Atos im Jahr 2011 ist so ein Fall. Seither geht es mit der Sparte aufwärts – auch dank der Kooperation mit Ex-Eigentümer Siemens.

HannoverManchmal ist ein wenig Distanz hilfreich für einen Neuanfang. Über viele Jahre vegetierte die frühere IT-Sparte von Siemens SIS (noch früher: SBS) mehr schlecht als recht vor sich hin. Der Verkauf an den französischen IT-Dienstleister Atos war dann im Jahr 2011 die Chance für einen Neuanfang.

Seither geht es mit der Sparte aufwärts – auch dank der Kooperation mit dem Ex-Eigentümer Siemens. „Dass sich die Partnerschaft so gut entwickelt, hatten damals nicht viele gedacht“, sagte Atos-Deutschlandchef Winfried Holz dem Handelsblatt auf der Hannover Messe.

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Atos ist nicht nur weiter als IT-Dienstleister für Siemens aktiv. Das war als eine Art Mitgift an die Franzosen für ein paar Jahre ebenso vereinbart worden wie gemeinsame Entwicklungsprojekte. Doch bekam die Kooperation eine Eigendynamik, Atos und Siemens treten heute mit gemeinsamen Projekten am Markt auf. Seit 2011 wurde damit ein gemeinsames zusätzliches Auftragsvolumen von mehr als 1,7 Milliarden Euro erzielt – deutlich mehr als erwartet.

Vor allem bei der digitalen Plattform MindSphere, die Siemens für die Digitalisierung der Industrie entwickelt hat, ist Atos aktiv. Die Franzosen entwickeln Apps und treten als System-Integrator und Service-Betreiber auf. Gerade in Deutschland entwickelt sich das Geschäft gut. Im vergangenen Jahr konnte Atos hierzulande den Umsatz um fünf Prozent steigern – während Atos weltweit aus eigener Kraft um knapp zwei Prozent zulegte.

Zum Vergleich: Der deutsche Markt für IT-Services wuchs laut Branchenverband Bitkom im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent auf 38,2 Milliarden Euro.


Außergewöhnliches Wachstum

„Das Wachstum ist in der Branche schon außergewöhnlich“, meint Holz mit Blick auf Atos in Deutschland. Schließlich kannibalisieren sich die IT-Dienstleister durch günstigere Cloud-Modelle selber. Auch der Umsatz, den Atos mit Siemens macht, ist zum Beispiel heute niedriger als vor ein paar Jahren. Wer da wachsen will, muss also vor allem der Konkurrenz Marktanteile abnehmen.

Holz sieht hier aber noch genug Potenzial. In Deutschland komme Atos auf einen Marktanteil von fünf Prozent – „da gibt es also noch 95 Prozent, die da noch existieren“.

Im Spätherbst hatten Atos und Siemens angekündigt, die Partnerschaft weiter auszubauen. Die beiden Unternehmen stockten das Budget für gemeinsame Investitionsprojekte um 80 auf 230 Millionen Euro auf. „Wir sind mit der Entwicklung der strategischen Allianz über die vergangenen fünf Jahre hinweg sehr zufrieden“, sagte Siemens-Technologievorstand Roland Busch. Atos-Chef Thierry Breton sprach von einem „beispiellosen“ Bündnis.

Atos hatte den weltweiten Umsatz im vergangenen Jahr auch durch weitere Zukäufe um zehn Prozent auf 11,7 Milliarden Euro gesteigert. Der Gewinn legte um 42 Prozent auf 620 Millionen Euro zu. Eine Abhängigkeit vom Großkunden Siemens befürchtet Holz nicht: „Es gibt keine dominierende Abhängigkeit.“ In Deutschland steuert Siemens laut Branchenschätzungen weniger als 15 Prozent der Atos-Umsätze bei, weltweit dürften es weniger als acht Prozent sein.

Quelle:  Handelsblatt Online
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