Italienische Großbank: Unicredit will schneller Geld einsammeln

Italienische Großbank: Unicredit will schneller Geld einsammeln

, aktualisiert 02. Februar 2017, 10:37 Uhr
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Die italienische Großbank braucht mehr Geld.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Kapitalerhöhung der italienische Großbank Unicredit von 13 Milliarden Euro startet überraschend schon am kommenden Montag. Das Institut will das Geld noch vor der Vorstellung der Zahlen für 2016 einsammeln.

RomJean-Pierre Mustier macht Tempo: Die Kapitalerhöhung der italienischen Großbank Unicredit startet bereits am kommenden Montag, eine Woche früher als ursprünglich geplant und noch vor der Vorstellung des Jahresergebnisses 2016. In den nächsten fünf Wochen bis zum 10. März will die Bank, an deren Spitze seit vergangenem Herbst der Franzose Mustier steht, den Aktionären einen Rabatt von 38 Prozent auf den Kurs bieten. Bei der letzten Kapitalerhöhung um 7,5 Milliarden Euro vor fünf Jahren hatte der Preisnachlass 43 Prozent betragen.

Mit Spannung war an den Märkten auf die Festsetzung des Preises für die 1,6 Milliarden neuen Aktien gewartet worden, die auch in Deutschland und Polen angeboten werden: Eine neue Aktie soll 8,09 Euro kosten. Aktionäre können für je fünf gehaltene Papiere 13 neue erhalten. Ein Bankenkonsortium garantiert die Kapitalerhöhung.

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Drei Stunden nach Börsenschluss stellte die Bank am Mittwochabend die Details der Operation vor, die als die größte in der italienischen Wirtschaftsgeschichte gilt. Wie es die Aktionäre bei der außerordentlichen Versammlung Mitte Januar beschlossen hätten, werde der Strategieplan bis 2019 bestätigt, heißt es in der Mitteilung des Verwaltungsrats der Großbank, die als einziges Institut in Italien als systemrelevant gilt.

Die Kapitalerhöhung ist Kern der derzeitigen Strategie. Das Ziel ist es, bis 2019 die harte Kernkapitalquote auf über 12,5 Prozent zu steigern. Zudem will Unicredit den Abbau der faulen Kredite beschleunigen. Die Europäische Zentralbank hatte verlangt, dass die Mailänder Bank bis Ende Februar eine Strategie vorlegt, wie sie mit den Problemkrediten umgehen will, die 17,7 Milliarden Euro betragen.

Nur drei Tage nach dem Start der Kapitalerhöhung steht in der nächsten Woche ein Termin an, der die Operation nicht gerade beflügeln wird: Die HVB-Mutter legt die Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 vor.  Schon jetzt wird auf Basis vorläufiger Berechnungen ein Verlust von 11,8 Milliarden Euro erwartet, wie die Bank selbst zu Wochenbeginn in einem mehr als 1000-seitigen Prospekt mitgeteilt hatte.

Das Problem der faulen Kredite könne einmalige negative Auswirkungen auf das Nettoergebnis des vierten Quartals 2016 haben, heißt es in dem Registrierungsdokument. Der Konzernumbau führte im vierten Quartal zu Abschreibungen von 12,2 Milliarden Euro. Und das dürfte Auswirkungen auf den Jahresabschluss haben. 

Unicredit leidet an einer dünnen Kapitaldecke. Um die Ziele des Strategieplans zu erreichen, sind Entlassungen vorgesehen, um die Bank rentabler zu machen. 14.000 Stellen sollen in den kommenden Jahren bis 2019 wegfallen, davon rund 1500 bei der Münchner Tochter HVB. Dazu kommen Filialschließungen. Zu den Vorbereitungen der Kapitalerhöhung gehört außerdem, dass die Mailänder Bank im laufenden Jahr eine Sonderdividende von drei Milliarden Euro von der HVB abzieht, wie Unicredit am Montag mitgeteilt hatte.    

Analysten zeigten sich erstaunt über den vorzeitigen Start der Kapitalerhöhung. Das Management wolle vom guten Marktumfeld profitieren und so dem Risiko entgegenwirken, dass die Operation unter schlechteren Vorzeichen über die Bühne gehen müsse, heißt es in Mailand. Schon vor der offiziellen Mitteilung der Details der Kapitalerhöhung nach Börsenschluss war der Unicredit-Kurs am Mittwoch an der Mailänder Börse deutlich gestiegen. Am Donnerstag startete der Titel schwach.

Quelle:  Handelsblatt Online
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