Italienische Krisenbank: Monte dei Paschi will 5.500 Jobs abbauen

Italienische Krisenbank: Monte dei Paschi will 5.500 Jobs abbauen

, aktualisiert 05. Juli 2017, 10:34 Uhr
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Die älteste Bank der Welt hat im Gegenzug für Staatshilfen einem Umbau des Geschäftsmodells zugestimmt.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach einem staatlichen Rettungsprogramm will die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) auch mit einem groß angelegten Stellenabbau wieder auf Kurs kommen. Tausende Jobs fallen weg, Filialen schließen.

RomIn den kommenden vier Jahren sollen 5.500 Jobs wegfallen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Siena mit. Derzeit hat die drittgrößte italienische Bank noch rund 25.500 Mitarbeiter. 600 von 2.000 Filialen sollen geschlossen werden. Bis zum Jahr 2021 will MPS einen Nettogewinn von über 1,2 Milliarden Euro erzielen – letztes Jahr war es noch ein Verlust von 3,2 Mrd. Euro.

Am Vortag hatte die EU-Kommission den umstrittenen Rettungsplan der Regierung in Rom für die Traditionsbank offiziell gebilligt. Der italienische Staat darf dem Institut somit mit 5,4 Milliarden Euro Kapital helfen. Hauptproblem der toskanischen Bank, die als ältestes Geldhaus der Welt gilt, ist ein Riesenberg fauler Kredite.

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Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan hatte zuletzt von einem „Wendepunkt“ für das Kreditinstitut und den gesamten Bankensektor des Landes gesprochen. „Es ist ein Plan, der Gewissheit bringt“, sagte Padoan bei einer Pressekonferenz. Bis zum ersten Halbjahr 2018 könne es der Bank gelingen, notleidende Kredite in Millionenhöhe fast vollständig auszugliedern.

Eine Grundsatzeinigung zwischen Rom und Brüssel hatte es schon Anfang Juni gegeben. Doch unterlag diese den Angaben zufolge zwei Bedingungen, die erst jetzt erfüllt sind: Die Europäische Zentralbank (EZB) habe offiziell bestätigt, dass die MPS solvent ist. Und Italien habe nun die Zusage privater Investoren zum Ankauf notleidender Kredite der Bank. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte, die Kapitalspritze entspreche EU-Recht. Erlaubt war sie nur, weil die Bank als grundsätzlich überlebensfähig und die Rekapitalisierung als Vorsorgemaßnahme eingestuft wurde. Voraussetzung war den Angaben zufolge zudem, dass Gläubiger und Anteilseigner 4,3 Milliarden Euro beisteuerten und somit nur beschränkt Steuergeld eingesetzt werden muss.

Die Entscheidung der EU-Kommission sorgte für Kritik. „Die EU-Kommission bricht unverhohlen die Regeln der Bankenunion, die von den EU-Staaten und dem Europaparlament beschlossen wurden“, sagte der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament, Sven Giegold, laut Mitteilung. „Die Glaubwürdigkeit der Bankenunion ist schwer beschädigt.“

Kapitalstützen durch den Staat sind politisch umstritten, weil dabei das Geld der Steuerzahler in die Hand genommen wird. Eigentlich sehen die EU-Regeln vor, dass im Falle einer Bankenkrise erst Aktionäre und Kreditgeber haften. Da in Italien aber viele Privatpersonen den Banken des Landes Geld über Anleihen geliehen haben, wollte die Regierung das vermeiden. Ende Juni hatte die italienische Regierung ein milliardenschweres Notfallpaket für die Abwicklung zwei anderer, wesentlich kleinerer Krisenbanken geschnürt, die die EZB für nicht überlebensfähig hält.

Quelle:  Handelsblatt Online
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