Italienische Krisenbank: Monte Paschi sucht weiter Investoren – Staat steht bereit

Italienische Krisenbank: Monte Paschi sucht weiter Investoren – Staat steht bereit

, aktualisiert 12. Dezember 2016, 11:11 Uhr
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Noch versucht die italienische Krisenbank Monte Dei Paschi di Siena, Investoren zu finden, um so insgesamt fünf Millarden Euro einzusammeln. Sollten die Versuche scheitern, hat mittlerweile der italienische Staat angekündigt, die Krisenbank notfalls mit frischem Geld zu unterstützen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die italienische Großbank Monte dei Paschi di Siena versucht weiter, Investitionen von rund fünf Milliarden Euro aufzutreiben. Zudem will die Bank auch Kleinanlegern ermöglichen, Schulden in Aktien umzutauschen.

Die angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena will weiter versuchen, bis zum Jahresende rund fünf Milliarden Euro bei privaten Investoren einzusammeln. Dazu solle das Angebot, Schulden in Aktien umzutauschen, nun auch Kleinanlegern offenstehen, teilte das Institut am Sonntagabend mit. Dem müsste aber die Marktaufsicht Consob zustimmen. Zudem könnte der Investmentfonds von Katar einem hochrangigen Banker zufolge eine Milliarde Euro beisteuern.

Die älteste Bank der Welt ächzt unter einem Milliardenberg fauler Kredite und braucht dringend frisches Kapital. Der Rettungsplan dazu war ursprünglich bis Ende Dezember angelegt und setzte auf eine privatwirtschaftliche Lösung. Dabei sollten fünf Milliarden Euro über eine Kapitalerhöhung und einen Anleihentausch erlöst werden. Investoren hatten sich aber zurückgehalten.

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Zudem trat vergangene Woche Ministerpräsident Matteo Renzi nach einer Niederlage beim Verfassungsreferendum zurück, was Anleger zusätzlich verunsicherte. Daraufhin bat Monte Paschi die Europäische Zentralbank um mehr Zeit für den Plan - was die EZB am Freitag nach Angaben von Insidern aber ablehnte. Die Krise könnte auch dem italienischen Branchenprimus UniCredit zu schaffen machen, der ebenfalls auf der Suche nach frischem Geld ist.

Zudem hat auch der italienische Staat bereits angekündigt, Monte dei Paschi di Siena notfalls selbst unter die Arme zu greifen und sie mit frischem Geld auszustatten. Das Finanzministerium stehe bereit, sollte sich nicht ausreichend privates Kapital finden, sagte ein Insider am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Es gibt Zuversicht im Wirtschaftsministerium, dass Monte dei Paschis Kapitalsuche erfolgreich sein kann“, sagte der Insider. „Sollte das Vorhaben scheitern, würde der Staat eine vorsorgliche Rekapitalisierung vornehmen. Der Fortbestand der Bank und der Spareinlagen der Kunden werden unter allen Umständen gesichert.“

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte sich zuvor für eine Beteiligung Italiens an der Rettung von italienischen Banken offen gezeigt. „Dass sich neben den Investoren auch der Staat an einer Krisenlösung beteiligt, lässt sich wohl nie grundsätzlich ausschließen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Dies sollte aber die „seltene, klar eingegrenzte Ausnahme und nicht der Regelfall“ sein. Nach der Finanzkrise hatte man sich in Europa eigentlich darauf geeinigt, dass Eigentümer und Gläubiger für Verluste von Banken haften und nicht mehr die Steuerzahler. Bei Monti Paschi wären davon allerdings auch Zehntausende Kleinanleger betroffen, was die Sache politisch brisant macht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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