J. Christopher Flowers: „90 Prozent der Fintechs werden scheitern“

J. Christopher Flowers: „90 Prozent der Fintechs werden scheitern“

, aktualisiert 15. September 2017, 13:56 Uhr
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Der Finanzinvestor, hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2009, äußerte sich bei der Handelsblatt-Tagung „European Private Equity Summit 2017“ über die Rolle von Fintechs in der Finanzbranche.

von Peter Köhler und Robert LandgrafQuelle:Handelsblatt Online

Finanzinvestor J. Christopher Flowers, Gründer von J.C. Flowers & Co, sagt einem Großteil der Fintechs eine schwarze Zukunft voraus. Außerdem äußert er sich über das Investment bei der HSH Nordbank – und zur Zukunft.

FrankfurtDaumen runter – einer der erfahrensten Finanzinvestoren weltweit sieht für die überwiegende Mehrheit der jungen Finanztechnologieunternehmen, Fintechs genannt, keine Überlebenschance. „90 Prozent der Fintechs werden scheitern, neun Prozent werden in Partnerschaften mit etablierten Finanzhäusern erfolgreich sein und ein Prozent wird die Welt verändern“, sagte Finanzinvestor J. Christopher Flowers, der Gründer von J.C. Flowers & Co, am Freitag auf der Handelsblatt-Tagung „European Private Equity Summit 2017“. Als Beispiele für diejenigen jungen Technologiefirmen, die den Markt umwälzen können, nannte er die chinesischen Firmen Alibaba und Tencent, ein Internet-Unternehmen.

Die schlechten Erfolgschancen halten Flowers aber nicht ab, in acht Fintechs zu investieren, darunter die deutsche Kreditech. Angesichts seiner jahrzehntelangen Erfahrungen im Finanzsektor wisse er genau, welche Art von Fintechs Überlebenschancen besitze – nämlich Start-ups, die Konsumentenkredite vermitteln. Grundsätzlich lockten Fintechs viele talentierte Mitarbeiter an, aber die Durchschlagskraft sei nicht vergleichbar mit beispielsweise dem Online-Anbieter Amazon im Einzelhandel.

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Flowers ist Spezialist für Beteiligungen an Finanzunternehmen. In Deutschland hat er mit seinem Engagement bei der HSH Nordbank aber nach eigenen Worten „viel Geld verloren“, wie er sagt. Die Landesbank befindet sich in einem Verkaufsprozess – und Flowers gilt zusammen mit Apollo als einer der Interessenten für eine Übernahme. Aktuell hält er gut fünf Prozent an der HSH Nordbank. Beobachter erwarten, dass er beim Verkauf deshalb bessere Chancen hat.

Aus den schlechten Erfahrungen bei der HSH habe er gelernt. „Die wichtigste Lektion war, dass man mit einer Minderheitsposition schlecht fährt, wenn es unterschiedliche Interessen gibt“, erklärte Flowers, der den Landesbanken-Sektor nach wie vor interessant findet. Minderheitsbeteiligungen, etwa an der Commerzbank oder der Deutschen Bank, schließt er jedoch aus. Italienische Banken stehen stark in seinem Fokus. Hier könnten Finanzinvestoren aber nur dann zum Zug kommen, wenn es keine strategischen Bieter – also andere Banken – gibt.

In Großbritannien würde er die Finger von Geldhäusern lassen. Noch schlage sich der Brexit weder in der Anzahl der Hochhäuser nieder, die entweder geplant oder bereits gebaut würden. Bei den Mietpreisen sei ebenfalls nichts zu spüren. Das könne so auf Dauer nicht weitergehen. Der Bankexperte befürchtet deshalb, dass schwere Zeiten auf die britischen Banken zukommen, die Kredite für die Bauten vergeben haben.

Das hält den Amerikaner aber nicht davon ab, von New York nach London umzuziehen. Das hat allerdings steuerliche Gründe.

Quelle:  Handelsblatt Online
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