Jahreszahlen der LSE: Das große Schweigen des Börsenchefs

Jahreszahlen der LSE: Das große Schweigen des Börsenchefs

, aktualisiert 04. März 2016, 10:48 Uhr
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LSE-Chef Xavier Rolet wirbt weiter für eine Fusion der beiden Börsen, beantwortet Fragen aber nur zurückhaltend.

von Katharina SlodczykQuelle:Handelsblatt Online

LSE-Chef Xavier Rolet wollte bei der Präsensation der Jahreszahlen der London Stock Exchange die meisten Fragen zur geplanten Börsenfusion nicht beantworten. Ein bisschen sagte er dann aber doch.

Es war immer wieder eine sehr knappe Antwort, die Xavier Rolet, Chef der London Stock Exchange (LSE), auf die meisten Fragen gab: „Das kann ich leider nicht kommentieren“, sagte er in der Telefonkonferenz mit Journalisten am Freitagmorgen, sobald die Rede auf den geplanten Zusammenschluss mit der Deutschen Börse kam.

Welche Folgen diese Pläne für die Beschäftigtenzahl des Unternehmens hätten? Wie sich der mögliche Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union auf das Vorhaben auswirken könnte? Ob er bereits mit der US-Börse ICE in Kontakt sei, die ein Gegengebot prüfe? Ob er erwäge, Teile der LSE zu verkaufen, um die Zustimmung der Regulierer zur Fusion mit der Deutschen Börse zu bekommen? „Das kann ich nicht kommentieren“, wiederholte er bei all diesen Fragen, denn die Gespräche mit der Deutschen Börse dauerten noch an.

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Alles, was sich Rolet zu dem Thema entlocken ließ, war: Die Kombination aus LSE aus Deutsche Börse werde die Fähigkeit der Unternehmen verbessern, den Kunden weltweit besser zu dienen. Die Fusion werde zudem die Wachstumsmöglichkeiten verbessern, Kostenvorteile mit sich bringen und den Nutzen für die Aktionäre steigern.

Anfang vergangener Woche haben beide Seiten bestätigt, dass sie ein Zusammengehen auf Augenhöhe prüfen. Dabei sollen Aktionäre der Deutschen Börse mit etwa 54 Prozent die Mehrheit an dem neuen Unternehmen haben. Grundlage dafür sei der durchschnittliche Aktienkurs der beiden Unternehmen in den vorausgegangenen drei Monaten.


LSE hat Gewinn 2015 deutlich gesteigert

Rolet will nach der Fusion zurücktreten. Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter würde den Chefposten übernehmen. Im Gegenzug würde London Sitz einer Holdinggesellschaft, die über der Deutschen Börse und der LSE entstünde. Die einzelnen Töchter und das Kerngeschäft würden aber weiterhin und den bekannten Marken auftreten, und ihre Zentralen wären von der Fusion nicht berührt.

Es ist der dritte Fusionsversuch beider Unternehmen in 16 Jahren. Gemeinsam würden beide Börsenbetreiber die weltweite Nummer drei im Börsengeschäft. Analysten zufolge könnte dies allerdings am Widerstand der Europäischen Kommission scheitern, die möglicherweise Bedenken wegen der Marktmacht beider Unternehmen im Geschäft mit der Abwicklung von Derivaten hat.

Die Deutsche Börse hat jetzt nach britischen Übernahmeregeln bis zum 22. März Zeit, um ein verbindliches Angebot für die LSE abzugeben. Diese Woche hat die US-Börse ICE bestätigt, dass sie Interesse an der LSE hat. Die ICE hat bis 29. März Zeit, um eine verbindliche Offerte zu machen.

Bei der Veröffentlichung der Jahreszahlen erwähnte die LSE das mögliche Gegengebot der ICE mit keinem Wort. Die Londoner Börse hat ihre Umsätze im abgelaufenen Jahr um 78 Prozent gesteigert – auf 2,28 Milliarden Pfund (umgerechnet 2,95 Milliarden Euro). Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg um 31 Prozent auf 643 Millionen Pfund. Die Dividende legt um 20 Prozent auf 36 Pence je Aktie zu.

Quelle:  Handelsblatt Online
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