James von Moltke: Deutsche Bank findet Finanzchef bei Citigroup

James von Moltke: Deutsche Bank findet Finanzchef bei Citigroup

, aktualisiert 28. April 2017, 13:20 Uhr
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Der Citigroup-Manager soll neuer Finanzchef bei Deutschlands größter Bank werden.

von Yasmin OsmanQuelle:Handelsblatt Online

Die Deutsche Bank hat einen Nachfolger für ihren Finanzvorstand Marcus Schenck gefunden. James von Moltke, bislang Chef-Treasurer der Citigroup, wechselt nach Frankfurt. Schenck kann nun bald die Investmentbank umbauen.

FrankfurtJames von Moltke, gelernter Investmentbanker und bislang Nummer zwei im Finanzressort der US-Großbank Citigroup, soll neuer Finanzvorstand der Deutschen Bank werden. Moltke werde seine Position im Juli dieses Jahres antreten, teilte die Deutsche Bank mit und bestätigte damit Informationen des Handelsblatts.

Der 48-Jährige übernimmt die Aufgabe von Marcus Schenck, der Anfang März mit Christian Sewing zum stellvertretenden Vorstandschef berufen worden war und künftig die neue Unternehmens- und Investmentbank leiten soll. Wie sein Vorgänger Schenck hat von Moltke jahrelang als Investmentbanker gearbeitet. Der neue Finanzchef kennt also auch die Geschäftsseite eines vom Investmentbanking dominierten Instituts wie der Deutschen Bank.

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Von Moltke hat den Großteil seiner Karriere im Ausland verbracht: Nach einem Studium der Philosophie und der deutschen Literatur in Oxford heuerte er zunächst bei Credit Suisse in London an, arbeitete dann ab 1995 zehn Jahre lang bei JP Morgan in New York und Hongkong. In dieser Zeit beriet er vor allem Finanzdienstleister und Finanztechnologieunternehmen bei Fusionen und Übernahmen.

Nach vier weiteren Jahren bei Morgan Stanley in New York arbeitete er ab 2009 beim damals schwer angeschlagenen US-Finanzriesen Citigroup an als Leiter der firmeninternen Abteilung für Fusionen und Übernahmen. Damals war er unter anderem damit beschäftigt, aus dem Finanz-Supermarkt Citigroup eine deutlich schlanker aufgestellte Bank zu formen, indem er viele Geschäftsbereiche verkaufte. Drei Jahre später übernahm er die Verantwortung für die weltweite Finanzplanung der US-Bank. Dort kümmerte er sich seit 2015 dann auch als Treasurer um das Eigenkapital sowie die Refinanzierung der Bank.

Für den Job als Finanzvorstand der Deutschen Bank kehrt der gebürtige Heidelberger aber wieder nach Deutschland zurück. „Seine vielfältige Erfahrung bei strategischer Planung und beim Umbau eines multinationalen Finanzkonzerns wird uns helfen, die Strukturen unserer Bank weiter zu vereinfachen und unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen“, sagte Vorstandschef John Cryan.

Seine Kenntnisse könnten der Deutschen Bank in der Tat helfen: Das Geldhaus will in den nächsten Jahren schließlich die Postbank in ihr Privatkundengeschäft integrieren und ihre Vermögensverwaltungstochter Deutsche Asset Management teilweise an die Börse bringen.

James von Moltke, der neben der deutschen auch die australische Staatsbürgerschaft besitzt, stammt aus einem mecklenburgischen Adelsgeschlecht. Der bekannteste Vertreter aus der Familie, der Jurist Helmuth James Graf von Moltke, hatte während des Nationalsozialismus in Deutschland die Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“ gegründet und wurde deswegen 1945 hingerichtet.

Dank der Berufung von von Moltke kann sich der bisherige Finanzvorstand Schenck nun bald dem Umbau im Investmentbanking widmen. Die Deutsche Bank will als Teil ihrer im März angekündigten neuen Strategie unter anderem das Kapitalmarktgeschäft und die Firmenkundensparte zusammenlegen. Schenck wird diese Sparte gemeinsam mit Garth Ritchie leiten.

Einen engen Vertrauten hatte Schenck im April bereits vorausgeschickt: Alexander von zur Mühlen, zuvor Treasurer der Deutschen Bank, wechselte bereits in den neuen Bereich. Er soll dort maßgeblich an der Zusammenführung des Bereichs Unternehmensfinanzierung mit dem Kapitalmarktgeschäft der Bank mitwirken.

Quelle:  Handelsblatt Online
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