Jobsuche: Zahl der Stellenanzeigen steigt rasant

Jobsuche: Zahl der Stellenanzeigen steigt rasant

, aktualisiert 30. Juni 2016, 10:50 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Der Stellenanzeigenmarkt befindet sich aktuell deutlich im Aufwind. Allerdings ist der Aufschwung nicht in allen Branchen einheitlich. Ein Überblick, in welchen Branchen derzeit besonders viele Jobs offen sind.

KölnDie Anzahl der Stellenanzeigen in Deutschland wächst seit 2013 kontinuierlich, zuletzt allein von Mai 2015 bis Mai 2016 um rund 13,4 Prozent. Und die Tendenz ist weiter steigend. Dies zeigt der aktuelle Marktreport von Karriere.de. Demnach eröffnen sich klar neue Chancen am Arbeitsmarkt, da die Bewerbernachfrage insgesamt stabil bleibt.

Nur in einigen Berufsfeldern steigt der Konkurrenzdruck durch vermehrte Bewerberzahlen. Hier zahlen sich ausgezeichnete Qualifikation und Berufserfahrung aus, die vermehrt abgefragt werden und die Job-Chancen erhöhen.

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Noch nicht berücksichtigt sind hierbei allerdings die möglichen Folgen des Brexit: Wirtschaftsexperten und Chefvolkswirte deutscher Großbanken sehen die Effekte auf den Arbeitsmarkt uneinheitlich, wie eine jetzt veröffentlichte Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Von einem nicht sehr starken Effekt bis zu einem „klar negativen Signal“ reicht hier die Spanne. Zunächst profitieren besonders berufserfahrene Spezialisten vom boomenden Arbeitsmarkt.

Damit bleibt Deutschland ein Paradies für ambitionierte Arbeitssuchende mit fachlich entsprechendem Know-how: Seit April 2012 wurden nicht mehr so viele Jobs angeboten wie in diesen Tagen. Häufig bleiben offene Stellen lange unbesetzt, da keine qualifizierten Bewerber zu finden sind. Gerade im Bauwesen, im IT-Bereich, in der Logistik und bei den Ingenieuren kann der Personalbedarf nicht gedeckt werden. Dagegen leidet der Banking & Finance-Bereich weiter unter den Folgen der Bankenkrise.


Die Gewinner-Branchen

Die Gewinner im Einzelnen:
(Stellenangebote im Vergleich zum Mai 2015)

Bauwesen & Immobilien: + 35 Prozent
Berufsfelder: Bauingenieur, Immobilienkaufmann, Hochbau/Tiefbau, Straßenbau
- Die Bewerbernachfrage zeigt ein kleines Plus von 3,44 Prozent. Die Aussichten für einen Jobwechsel in diesem Bereich sind damit sehr gut. Hier ein Überblick.

Handwerk: + 28,88 Prozent
Berufsfelder: Mechatroniker, Elektriker, Maler, Betriebsschlosser
- Die Bewerbernachfrage ist mit + 30,8 Prozent hoch. Das schmälert die Chancen bei einem Jobwechsel. Gute Qualifikationen sind hier ein Muss, um sich gegen die Konkurrenten durchzusetzen.

Jura: + 21,67 Prozent
Berufsfelder: Bau- und Kapitalmarktrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht
- Die Anzahl der Bewerber ist im beobachteten Zeitraum um 32,17 Prozent gestiegen. Das bedeutet derzeit einen knallharten Konkurrenzkampf unter Juristen auf dem Arbeitsmarkt.

IT & Telekommunikation: + 18,51 Prozent
Berufsfelder: Software-Entwickler, Fachinformatiker, IT-Sicherheitsmanager
- Um fast fünf Prozent ist die Anzahl der Bewerber in diesem Bereich gestiegen. Warum IT-Experten die Qual der Wahl haben.

Bildung und Sozialberufe: + 18,5 Prozent
Berufsfelder: Trainer, Lehrer, Erzieher
- Um über 12 Prozent ist die Anzahl der Bewerber seit Mai 2015 gestiegen. Somit ist das Angebot immer noch höher als die Nachfrage. Natürlich kommt es hierbei auch auf die regionalen Vorstellungen beider Seiten an. Zudem gibt die gewählte Fachrichtung den Ausschlag.

Gesundheit: + 18,21 Prozent
Berufsfelder: Altenpfleger, Pflegedienstleiter, Arbeits- und Betriebsmediziner
- Betrachtet man den Anstieg der Bewerberzahlen (+ 27,26 Prozent), so erscheint der Konkurrenzkampf sehr groß. Hier lohnt allerdings ein genaues Studium der Stellenanzeigen - je nach Berufsbild können die Chancen sehr unterschiedlich sein.

Transport, Logistik & Warenwirtschaft: + 17,46 Prozent
Berufsfelder: Einkäufer, Disponent, Kraftfahrer
- Ein zweistelliges Plus auf der Angebotsseite und ein minimaler Rückgang in Höhe von 0,92 Prozent auf der Bewerberseite zeigt, dass diese Branche momentan gute Jobaussichten bietet.

Ingenieure und Technik: + 16,69 Prozent
Berufsfelder: Nachrichtentechnik, Maschinenbau
- Auch in diesem Arbeitsbereich haben Bewerber gute Chancen. Die Bewerberanzahl ist lediglich um 3,2 Prozent gewachsen. Überraschende Jobauswahl für Ingenieure und Techniker.

Personalwesen: + 14,08 Prozent
Berufsfelder: Talentmanagement, Nachwuchsförderung, Teamleiter
- Personaler stehen momentan auf der Sonnenseite: 14 Prozent mehr Stellenanzeigen stehen einer gesunkenen Bewerbernachfrage entgegen (minus 15,21 Prozent). Gesamtüberblick über die Situation der Personaler.

Medien: + 12,73 Prozent
Berufsfelder: Marketing-Manager, Redakteur, Fachredakteur, Bildredakteur
- Die Anzahl der Bewerber ist im vergangenen Jahr um 3,15 Prozent gesunken: Details zu den Jobangeboten im Medienbereich.

Gastronomie & Tourismus: + 11,78 Prozent
Berufsfelder: Serviceleiter, Catering, Koch, Servicemitarbeiter
- Im diesem Bereich bewegen sich Angebot und Nachfrage parallel zueinander. Die Anzahl der Bewerber ist um 13,08 Prozent gestiegen. Ausschlaggebend für Arbeitgeber und Bewerber werden der Einsatzort, Gehaltsvorstellungen und sehr spezialisierte Anforderungen sein.

Office: + 11,6 Prozent
Berufsfelder: Bürokaufleute, Notariatsfachangestellter, Bilanzbuchhalter
- Die Nachfrage nach Stellen im Officebereich ist im Beobachtungszeitraum um 3,48 Prozent gesunken. In welchen Office-Bereichen momentan die besten Karrierechancen sind.

Vertrieb: + 11,24 Prozent
Berufsfelder: Sales Assistent, Head of Sales, Account Manager, Sales Manager
- Mehr Stellenanzeigen und 4,58 Prozent weniger Bewerber - im Vertrieb sind die Aussichten gut. Überblick über die Marktsituation im Bereich Vertrieb.

Marketing: + 9,11 Prozent
Berufsfelder: Marketing Manager, Produktmanager, Marketing Assistent
- Fast parallel bewegt sich der Stellenmarkt in diesem Bereich. Die Bewerberanzahl ist um 9,32 Prozent gesunken: Aussichten für Marketingfachleute.

Consulting: + 6,88 Prozent
Berufsfelder: Berater, Consultant, Business Consultant, HR Consultant
- Keine großen Veränderungen auf dem Stellenmarkt im Consultig: Die Nachfrageseite ist um 2,08 Prozent gewachsen.

Wissenschaft & Forschung: + 5,46 Prozent
Berufsfelder: Projektleiter, Doktorand, Naturwissenschaftler
- Die Bewerberanzahl ist im selben Zeitraum um 8,76 Prozent gestiegen. Das zeigt, dass momentan wenig Bewegung in dieser Branche zu erwarten ist.

Banking & Finance: + 0,23 Prozent
Berufsfelder: Real Estate, Versicherungen, Buchhaltung
- Ein kaum zu verzeichnender Anstieg bei den Stellenangeboten und ein enormes Plus in Höhe von 35,78 Prozent bei den Gesuchen: Job-Ausverkauf: Wo jetzt noch was zu haben ist.


Hoher Konkurrenzkampf in einzelnen Branchen

In keinem der von karriere.de untersuchten Berufsfelder ist ein Rückgang der Jobangebote zu verzeichnen. Trotzdem ist die Stellensuche in einigen Berufsgruppen deutlich schwieriger geworden. Der Grund liegt in den hohen Bewerberzahlen: Sie übertreffen in manchen Bereichen die Anzahl der Stellenangebote und heizen den Konkurrenzkampf an. Von dieser Entwicklung sind besonders die Berufsfelder Banking & Finance, Management & Leitung sowie Wissenschaft & Forschung betroffen.

In Deutschland werden im Schnitt täglich knapp über 170.000 Job-Angebote in Zeitungen, Fachmagazinen, Stellenbörsen und Fachportalen geschaltet. Das macht den Stellenmarkt zusehends unübersichtlicher. Für den einzelnen Bewerber ist er somit schlecht zu durchschauen. Ohne professionelle Tools wird die Jobsuche für Bewerber schnell zu einem Fulltime-Job, der gerade in stressigen Zeiten kaum zu bewältigen ist.

Die Alternative ist ein individuell angepasster, umfassender Stellenmarktreport: Die bieten die Karriere.de-JobAgenten. Sie bieten Bewerbern kostenlos eine maßgeschneiderte Selektion aller passenden Angebote aus allen relevanten Stellenbörsen und Zeitungen Deutschlands. Das Rechercheergebnis wird einmal wöchentlich per Mail zugesandt.

Karriere.de sammelt täglich die Stellenangebote für den gesamten Arbeitsmarkt aus allen relevanten Zeitungen und Stellenbörsen. Jedes einzelne Angebot wird nach Berufsbereich, Qualifikation und Ort sortiert. Nachdem alle Doppler herausgefiltert wurden, ermittelt karriere.de einen Gesamtwert. Die Angebote der Bundesagentur für Arbeit bleiben hier außen vor.

Quelle:  Handelsblatt Online
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