John Cryan: Deutsche Bank weiterhin für Börsenfusion mit London

John Cryan: Deutsche Bank weiterhin für Börsenfusion mit London

, aktualisiert 29. Juni 2016, 20:33 Uhr
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Nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chef John Cryan wäre ein Zusammenschluss der Deutschen Börse mit den Märkten in London und Mailand eine wichtige Säule der Stabilität.

Quelle:Handelsblatt Online

Deutsche-Bank-Chef John Cryan befürwortet auch nach dem Brexit-Votum die Fusion der Frankfurter mit der Londoner Börse. Die Deutsche Bank ist bei dem geplanten Zusammenschluss der Börsen aber kein neutraler Beobachter.

FrankfurtDie Deutsche Bank hält die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange (LSE) ungeachtet des Brexit-Votums weiter für vorteilhaft. „Angesichts der Herausforderungen, vor denen die Finanzindustrie nun vor allem in Großbritannien steht, wäre ein Zusammenschluss von Deutscher Börse mit den Märkten in London und Mailand eine wichtige Säule der Stabilität“, sagte Deutsche-Bank-Chef John Cryan der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht.

Die LSE betreibt unter anderem auch die Börse Mailand. Der Ausgang des Brexit-Referendums verunsichere die Marktteilnehmer mit Blick auf die künftige Rolle von zentralen Clearingstellen, sagte Cryan. „In einer stärkeren gemeinsamen Organisation könnten die Börsen ihre Kräfte bündeln und die Märkte in Europa und London solider und belastbarer machen.“ Die Deutsche Bank ist bei dem geplanten Zusammenschluss der Börsen kein neutraler Beobachter, sie begleitet die Fusion federführend für die Deutsche Börse.

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Nach der Brexit-Entscheidung ist der Widerstand gegen die Fusionspläne von Deutscher Börse und LSE gestiegen. Zuletzt hatten mehrere Politiker und die Finanzaufsicht BaFin die Unternehmen aufgefordert, die fusionierte Börse nicht wie geplant in London anzusiedeln.

Die Entscheidung über die Börsen-Fusion wird für Frankfurt in jedem Fall große Auswirkungen haben. Ein hochrangiger EU-Vertreter machte deutlich, dass die Abwicklung von Derivate-Geschäften in Euro (Clearing) künftig nicht mehr in London stattfinden kann und in die EU verlagert werden muss. Das betrifft vor allem die in London angesiedelte LSE-Tochter LCH.Clearnet. Sollte die Börsen-Fusion gelingen, ist es aus Sicht von Experten wahrscheinlich, dass viele dieser Geschäfte nach Frankfurt wandern. Andernfalls würden sie wohl zur französischen Sparte von LCH.Clearnet verlagert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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