Katar: Staatsfonds kehrt Europa den Rücken

Katar: Staatsfonds kehrt Europa den Rücken

, aktualisiert 02. Mai 2016, 11:20 Uhr
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Der Staatsfonds von Katar ist schätzungsweise 256 Milliarden Dollar schwer und hatte bislang Europa als Anlageschwerpunkt. Nun soll sich das ändern.

Quelle:Handelsblatt Online

Der katarische Staatsfonds will weniger in Europa investieren, sagen Insider. Stattdessen nimmt er Asien und die USA ins Visier. Für die Europa-Abkehr ist vor allem die Entwicklung zweier Unternehmen verantwortlich.

DubaiDer katarische Staatsfonds (QIA) will Insidern zufolge seine Investitionen in Europa zurückschrauben. Der Fonds, der unter anderem an Volkswagen und Credit Suisse beteiligt ist, sei in der Region „zu stark engagiert”, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Sonntag. Dies habe eine interne Überprüfung der Anlagestrategie ergeben. Direkte Investitionen sollten deshalb verringert werden. Im Gegenzug strebe der Fonds an, mehr Kapital bei externen Vermögensverwaltern zu parken. Vor allem Asien und die USA seien im Blick.

Ein Grund für den Sinneswandel sei die Entwicklung bei Volkswagen und dem Rohstoffhändler Glencore. Es gebe aber keine Anzeichen, dass Katar seine Beteiligungen an großen europäischen Firmen reduzieren werde, sagte einer der Insider. Der Fonds ist schätzungsweise 256 Milliarden Dollar schwer und hatte bislang Europa als Anlageschwerpunkt. Er besitzt unter anderem auch das Londoner Nobelkaufhaus Harrods. QIA wollte sich nicht dazu äußern.

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Katar war vor einigen Jahren bei Volkswagen eingestiegen und ist mit 17 Prozent der Stimmrechte der drittgrößte Aktionär des Autobauers. Der Anteil ist aktuell gut elf Milliarden Euro wert. Doch hat die VW-Aktie nach dem Bekanntwerden des Abgasskandals deutlich verloren. Zudem stößt Katar mit seinem Wunsch nach einem Sitz einen Sitz im mächtigen Präsidium des VW-Aufsichtsrats Eingeweihten zufolge auf erheblichen Widerstand.

Glencore leidet unter dem Verfall der Rohstoffpreise, seit 2015 hat die Aktie 49 Prozent verloren. Der Anteil Katars von neun Prozent ist aktuell rund 2,6 Milliarden Euro wert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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