Köpfe: Adolf MerckleFoto: picture-alliance/ ZB

Adolf Merckle Dr. jur. † 05.01.2009

Geburtsdatum:
18.03.1934
Geburtsort:
Dresden
Nationalität:
DE

deutscher Jurist, Unternehmer und Investor

gilt als Unternehmer alter Schule, für den eine Firma mehr als ein Instrument zum Geldverdienen ist

Herkunft und Familie

Adolf Merckle, ev., wurde in Dresden geboren, entstammte aber einer böhmischen Unternehmerfamilie. Sein Vater Ludwig hatte 1915 die 1881 von M.s Großvater im böhmischen Aussig gegründete "Adolf Merckle en gros" übernommen, einen Großhandel für chemische und pharmazeutische Rohmaterialien, und hatte diesen später um eine eigene pharmazeutische Produktion erweitert. Nach der Enteignung und der Vertreibung aus dem Sudetenland (1945) baute M.s Vater die Firma mit einer verbliebenen Pillen-Presse in Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb neu auf. Dort und im nahen Ulm war M.s Mutter verwurzelt. Mütterlicherseits entstammte M. den Unternehmerfamilien Schwenk und Spohn, die beide zu den Pionieren in der Baustoffindustrie (Zement) gehört hatten.

M. und seine Frau Ruth, geb. Holland, bekamen drei Söhne (Ludwig, Philipp Daniel, Tobias) und eine Tochter (Jutta). Letztere betätigte sich außerhalb der Familie unternehmerisch, Tobias Merckle konzentrierte sich auf Sozialprojekte. Ruth Merckle, eine Krankengymnastin, arbeitete bis 2002 in der Führung der Firmen-Gruppe und engagierte sich auch seither in Gremien der evangelischen Kirche. M. war Mitglied im Alpenverein und ging mit seiner Frau gerne zum Skifahren und (Extrem-)Bergsteigen. So bezwangen beide neun Sechstausender. 1994 erwarb M. von der Treuhand das Gut Hohen Luckow bei Rostock und ließ es aufwendig renovieren. In dem Schloss waren 2007 die Teilnehmer der G-8-Konferenz zu Gast. Mit einem Vermögen von 11,5 Mrd. US$ zählte das Magazin "Forbes" M., der als öffentlichkeitsscheu und persönlich bescheiden galt, 2006 zu den zehn reichsten Deutschen. M. nahm sich am 5. Jan. 2009 das Leben, indem er sich vor einen Zug bei Blaubeuren (nahe Ulm) warf. In einer Mitteilung nannte die Familie "die durch die Finanzkrise verursachte wirtschaftliche Notlage seiner Firmen" sowie die "Ohnmacht, nicht mehr handeln zu können" (vgl. Hbl., 7.1.2009) als Beweggründe. In der Trauerfeier wurde daran erinnert, dass M. die Gleichsetzung mit Zockern zutiefst verletzt habe.

Quelle: Munzinger
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