Statt des vertrauten Radioweckers wirft mich diesen Morgen ein Geräusch von draußen aus dem Bett: Hubschrauber kreisen...
Foto: Armin Brosch für WirtschaftsWochedeutscher Unternehmer
Anton ("Toni") Wolfgang Graf von Faber-Castell, ev., wurde am 7. Juni 1941 als Sohn von Roland Graf von Faber-Castell (1905-1978) in Bamberg geboren. Er ist der älteste Sohn aus der zweiten, 1969 geschiedenen Ehe seines Vaters mit Katharina (Nina) Sprecher von Bernegg (Enkelin eines bekannten Generalstabschefs der schweizerischen Armee). Aus zwei Ehen des Vaters gingen insgesamt zehn Kinder, darunter fünf Söhne, hervor. Von 1969 an war der Vater in dritter Ehe mit Ursula Sielaff (1951-2010), geb. Boden, verheiratet. Das Unternehmen Faber-Castell geht auf den Schreiner Kaspar Faber zurück, der sich 1761 auf die Herstellung von "Bleyweißstefften" aus Holz und Graphit spezialisierte. Der unternehmerische Durchbruch kam allerdings erst, als Lothar Faber 1839 die Bleistiftfabrik in vierter Generation übernahm. Lothar Faber (1817-1896) verbesserte das Minenpressen und führte das Graphit-Ton-Verfahren ein, das erstmals die Herstellung unterschiedlicher Härtegrade erlaubte und die Faber-Bleistifte weltweit berühmt werden ließ. Er war auch Wegbereiter des rechtlichen Markenschutzes in Deutschland. Wegen seines ausgeprägten sozialen Verantwortungsbewusstseins wurde er 1862 vom bayerischen König Maximilian II. geadelt. Durch die Hochzeit seiner Enkelin Ottilie mit dem Grafen Alexander zu Castell-Rüdeshausen 1898 entstand der Firmen- und Familienname von Faber-Castell. Von 1928 an leitete F.s Vater Roland das Familienunternehmen, das inzwischen zu den ältesten Unternehmen weltweit überhaupt gehört. Er gründete vor und nach dem Zweiten Weltkrieg eine große Anzahl von Niederlassungen und Fabrikationsstätten im In- und Ausland, erwarb Beteiligungen und vergab Lizenzen in fast alle Kontinente.
F. ob seiner elegant-sportlichen Erscheinung und seines weltgewandt-eloquenten Auftretens ein gefragter Gesprächspartner der Medien – ist seit Dez. 1987 mit der Amerikanerin Mary Elizabeth Hogan, einer früheren Verkaufsdirektorin von Chanel New York, verheiratet. Aus dieser Ehe stammen drei Töchter. Aus der Ehe mit Carla Lamesch stammt sein Sohn Charles (geb. 1980), der 2006 als Investmentbanker in den USA arbeitete. F.s Hobbys sind Sport (Tennis, Skifahren) und das Sammeln zeitgenössischer Kunst. Er bewohnt ein modernisiertes Jagdhaus seiner Familie in der Nähe von Nürnberg, während das Stammschloss der Familie in Stein bei Nürnberg heute im Wesentlichen nur noch repräsentativen oder kulturellen Zwecken dient und aufwändig saniert wurde.
| bis 1966 | Studium der Rechtswissenschaft an der Universität in Zürich |
| 1966-1968 | Kaufmännische Ausbildung im Unternehmen der Familie |
| 1968-1972 | Besuch der Managementschule IMEDE in Lausanne |
| 1972-1975 | Investmentbanker bei der "Credit Swiss White Weld"-Gruppe in London und New York |
| 1975 | Mitglied der Geschäftsführung der Niederlassung London der "Credit Swiss White Weld" |
| 1975-1978 | Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Faber-Castell |
| seit 1978 | Alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Faber-Castell |
| 1979 | Gründung der Vertriebsgesellschaft in Hongkong |
| 1980 | Gründung einer Kautschuk-Radiergummifabrik in Malaysia |
| 1993 | Strategische Neuausrichtung des Unternehmens; Präsentation eines neuen Marken- und Erscheinungsbildes |
| 2000 | Vorstandsvorsitzender der Faber-Castell AG |
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