Foto: DIE LINKE im Bundestagdeutscher Jurist und Politiker
Fraktionsvorsitzender DIE LINKE
Gregor Gysi wurde am 16. Jan. 1948 in Berlin geboren und entstammt einer alteingesessenen Familie mit jüdischen Vorfahren. Sein Vater Klaus Gysi (1912-1999) und seine Mutter Irene Lessing (1912-2007) waren als Kommunisten im antifaschistischen Widerstand engagiert. 1939/1940 in Frankreich interniert, kehrten beide im Auftrag der KPD 1940 nach Berlin zurück, wo sie Krieg und Kriegsende überlebten und 1945 heirateten. Die Ehe wurde 1958 geschieden. G.s Vater war später Kulturminister der DDR (1966-1973), Botschafter in Italien (1973-1978) und bis zu seiner Abberufung 1988 Staatssekretär für Kirchenfragen. Mutter Irene, in St. Petersburg als Tochter einer Industriellenfamilie geboren, war in der DDR zunächst Verlagsleiterin, dann Leiterin der Hauptverwaltung Internationale Beziehungen im DDR-Kulturministerium (1956-1977) sowie ab 1978 bis zu ihrem Ruhestand 1988 Direktorin des DDR-Zentrums des Internationalen Theaterinstituts (ITI) der UNESCO. G.s Tante ist die britische Schriftstellerin Doris Lessing, die ab Mitte der 40er Jahre mit dem deutschen Emigranten Gottfried Lessing (Irenes Bruder) verheiratet war. G.s ältere Schwester, die Schauspielerin und Regisseurin Gabriele Gysi (geb. 1946), verließ die DDR 1985 und ging in den Westen.
G. ist seit März 1996 mit der fr. PDS-Bundestagsabgeordneten (1990-1998) Andrea (geb. Lederer, *1957) verheiratet. Sie trat 2002 wegen des Linksrucks der Partei aus der PDS aus. Am 1. Mai 1996 wurde Tochter Anna geboren. Im Nov. 2010 gab das Paar seine Trennung bekannt. Aus G.s erster Ehe stammt der 1970 geborene Sohn George, den G. nach der Trennung von seiner Frau zwei Jahre später alleine erzog (vgl. ZEIT, 14.6.2006). Ein zweiter, adoptierter Sohn (Daniel) kam in den 70er Jahren zur Familie. Im Nov. 2004 musste sich G. wegen einer gefährlichen Gefäßerweiterung einer komplizierten Gehirnoperation unterziehen. Zudem überstand er drei Herzinfarkte.
| 1966-1970 | Studium der Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin |
| 1967 | Mitglied der SED |
| 1971 | Zulassung zum Rechtsanwalt; verteidigt u._a. die Systemkritiker Rudolf Bahro und Bärbel Bohley |
| 1976 | Promotion zum Dr. jur. |
| Mai 1988 | Vorsitzender des Kollegiums der Rechtsanwälte in der DDR |
| 08.12.1989-1993 | Vorsitzender der SED-PDS |
| 1990-Feb. 2002 | Mitglied des Deutschen Bundestags |
| Dez. 1990-1998 | Vorsitzender der PDS-Bundestagsgruppe |
| 08.10.1998-03.10.2000 | Vorsitzender der Bundestagsfraktion der PDS |
| 2001-2002 | Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses |
| 17.01.2002-31.07.2002 | Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen des Landes Berlin |
| seit 18.09.2005 | Mitglied des Bundestags |
| seit 23.09.2005 | Fraktionsvorsitzender DIE LINKE |
| Okt. 2009 | Bestätigung als Fraktionsvorsitzender von DIE LINKE |