Bis zur Bundestagswahl im September haben wir bei WirtschaftsWoche Online einiges vor. Heute ist unsere neue Kolumne...
Foto: dpadeutscher Unternehmer
Hans Riegel wurde am 10. März 1923 als Sohn des gleichnamigen Süßwarenfabrikanten (1893-1945) und dessen Frau Gertrud als erstes von drei Kindern in Bonn geboren. Seine Schwester Anita kam 1924 zur Welt, sein Bruder Paul 1926 (drei Söhne; † 2009). Der Vater, gelernter Bonbonkocher, stieg nach dem Ersten Weltkrieg bei der Bonbonfabrik Heinen ein, die Firma hieß fortan Heinen & Riegel. 1920 machte er sich jedoch ganz selbstständig und gründete die Firma HARIBO (eine Abkürzung von Hans Riegel Bonn). Die ersten eigenen Bonbons produzierten die Eltern von R. am heimischen Herd in einem Kupferkessel, die Kunden wurden mit dem Fahrrad beliefert. 1922 erfand der Vater den "Tanzbären" aus Fruchtgummi, den Vorläufer des späteren, weltweit bekannten "Goldbären", von dem es hieß, sogar der Kaiser habe sich diese Süßigkeit ins holländische Exil nach Doorn nachsenden lassen. Der bekannte Slogan "Haribo macht Kinder froh" stammt aus den 30er Jahren. Der Zweite Weltkrieg bedeutete auch für die Firma HARIBO eine Zäsur. Der Firmengründer und Familienvater starb 1945, seine Frau verhandelte mit den französischen Besatzern über die neue Betriebsgenehmigung und führte die Firma in den ersten Nachkriegsjahren weiter.
R. ist Junggeselle, zeigte sich aber 2009 mit der 40 Jahre jüngeren Hotelmanagerin Anna-Maria Bischof (s. Bunte, 3.9.2009; TSP, 7.9.2010) in der Öffentlichkeit, die seit über 20 Jahren seine Partnerin ist, von der aber nur engste Verwandte und Freunde wussten. Zu seinen Hobbys gehört das Hubschrauberfliegen (2005 war sein Fluggerät eine Augusta A 109 Power, bis 2006 flog er alleine, dann aus Sicherheitsgründen mit Kopilot) und die Jagd am Rhein und in Österreich. Sein eigenes Vermögen (2010 laut dem US-Magazin Forbes 1,2 Mrd. Euro) aus seinem 50%-Anteil an HARIBO legte R., der einen österreichischen Pass besitzt und einige Zeit des Jahres in der Nähe von Linz verbringt, in einer Familienstiftung in Österreich (Jassingau, Steiermark; vgl. manager magazin 12/2010) an.
| 1920 | Gründung der Firma HARIBO (Abkürzung von Hans Riegel Bonn) durch seinen Vater |
| 1946 | Bruder Paul übernimmt die Leitung der Produktion |
| seit 1946 | Leiter des kaufmännischen Bereiches (Versand und Marketing) |
| 1950 | Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bonn |
| 1951 | Promotion |
| 1961 | Erweiterung des Konzerns im niederländischen Breda |
| 1967 | Erwerb von Anteilen der Süßwarenfabrik Lorette, umbenannt in HARIBO-France S.A. |
| 1971 | Anteilsmehrheit am fränkischen Traditionsbetrieb Bären-Schmidt |
| 1972 | Erwerb der Firma Dunhills in Pontefract |
| 1976 | Gründung einer Vertriebsgesellschaft im schwedischen Helsingborg |
| 1979 | Zukauf der Dr. Hiller AG in Solingen |
| 1982 | Erwerb eines Vertriebsbüros in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland |
| 1995 | Produktionsaufnahme in Spanien |
| 2000 | Übernahme des Süßwarenproduzenten Hoepmann (Niederlande) |
| 2001 | Übernahme der Firma Pamir Gida Sanayi A. S. (Türkei) |
| 2003 | Gründung einer Vertriebsniederlassung in Moskau |
| 02.08.2009 | Tod von Bruder Paul Riegel |
| Sep. 2010 | Einigung der Gesellschafter von HARIBO auf eine neue Unternehmens- und Führungsstruktur |
Bis zur Bundestagswahl im September haben wir bei WirtschaftsWoche Online einiges vor. Heute ist unsere neue Kolumne...