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Foto: dpadeutscher Politiker und Publizist
Bundeskanzler (1974 - 1982)
Helmut Heinrich Waldemar Schmidt wurde am 23. Dez. 1918 in Hamburg-Barmbek als Sohn des Volksschullehrers und Diplomhandelslehrers Gustav Schmidt († 1981) und dessen Frau Ludovica geboren. Der Vater, der ein unehelicher Sohn eines jüdischen Bankiers war, erzog Sch. und dessen Bruder Wolfgang mit Strenge. Die jüdischen Wurzeln vertuschte die Familie während des Nationalsozialismus.
Sch. heiratete während des Zweiten Weltkrieges 1942 die Lehrerin Hannelore (genannt "Loki"), geb. Glaser († 2010), mit der er bereits seit der Schulzeit befreundet war. 1944 wurde der gemeinsame Sohn Helmut Walter ("Moritzelchen"; * 26.6.1944; † 19. 2. 1945) geboren, der mangels medizinischer Versorgung im Alter von sieben Monaten an einer Infektion starb. Die nach dem Krieg in Hamburg geborene Tochter, Susanne Schmidt (* 8.5.1947), war als promovierte Volkswirtin für internationale Banken in London tätig und machte sich als kritische Wirtschaftsjournalistin einen Namen. Sch.s Ehefrau Loki Schmidt veröffentlichte 2010 das Buch "Markt ohne Moral. Das Versagen der Internationalen Finanzelite". Sie rief 1976 das "Kuratorium (heute: Stiftung) zum Schutz gefährdeter Pflanzen" ins Leben und kürte 1980 zum ersten Mal und danach alljährlich die "Blume des Jahres". Sie schrieb u. a. die Bücher "Schützt die Natur - Impressionen aus unserer Heimat" (79), "Die botanischen Gärten Deutschlands" (97) und "Loki. Hannelore Schmidt erzählt aus ihrem Leben" (03). 1997 wurde sie von der russischen Akademie der Wissenschaften mit dem Ehrendoktor, 1999 von der Hansestadt Hamburg mit dem Professorentitel geehrt. Loki Schmidt starb im Okt. 2010. Die Trauerzeremonie fand am 1. Nov. in Hamburg unter Teilnahme von rd. 2.000 Trauergästen statt, darunter viel Politprominenz. Im Aug. 2012 bestätigte Sch., in seiner langjährigen Mitarbeiterin Ruth Loah eine neue Partnerin gefunden zu haben. Während seiner dritten Kanzlerschaft musste Sch. im Okt. 1981 mit dramatischen Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus eingeliefert werden und erhielt einen Herzschrittmacher. Im Sommer 2002 erlitt Sch. einen schweren Herzinfarkt und wurde erneut operiert. Der bekennende Raucher setzte sich wiederholt über das in öffentlichen Räumen bestehende Rauchverbot hinweg und war auch bei Fernsehauftritten nie ohne Zigarette zu sehen. Er interessiert sich für Philosophie, ist Musik- und Kunstfreund, malt gerne und spielt Schach sowie Orgel und Klavier (früher gelegentlich auch öffentlich). Seine Freizeit verbringt er gern in seinem Ferienhaus am Brahmsee.
| 1941-1945 | Soldat im II. Weltkrieg |
| 1945-1949 | Studium der Staatswissenschaften und Volkswirtschaft in Hamburg (Abschluss: Dipl.-Volkswirt) |
| seit 1946 | Mitglied der SPD |
| 1947-1948 | Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (SDS) |
| 1949-1953 | Tätigkeit in der Behörde für Wirtschaft und Verkehr in Hamburg |
| 1953-1962 | Mitglied des Bundestags |
| 1961-1965 | Senator für Inneres in Hamburg |
| 1965-1987 | Mitglied des Bundestags |
| 1967-1969 | Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion |
| Mrz. 1969-1984 | Stellv. Vorsitzender der SPD |
| Okt. 1969-07.07.1972 | Bundesminister für Verteidigung |
| Nov. 1969 | Unterzeichnung des lange umstrittenen Atomwaffensperrvertrags |
| 07.07.1972-19.11.1972 | Bundesminister der Wirtschaft und Finanzen |
| 15.12.1972-1974 | Bundesminister der Finanzen |
| 16.05.1974-01.10.1982 | Bundeskanzler |
| 15.12.1976 | Wiederwahl zum Bundeskanzler |
| 1977 | Unnachgiebige Position gegenüber RAF-Terrorismus; übernimmt politische Verantwortung für den Tod des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer |
| 05.11.1980 | Wiederwahl zum Bundeskanzler |
| 05.02.1982 | gewinnt Vertrauensfrage im Deutschen Bundestag |
| 17.09.1982 | Bruch der Koalition |
| 01.10.1982 | Misstrauensvotum der CDU/CSU und FDP; Helmut Kohl wird neuer Bundeskanzler |
| seit 1983 | Mitglied des InterAction Council früherer Regierungschefs |
| seit Mai 1983 | Mitherausgeber der Wochenzeitung "DIE ZEIT" |
| 1987 | "Menschen und Mächte" (Memoiren) |
| 1987 | Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag |
| Nov. 1998 | Projektvorstellung "Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten" (als Ehrenvorsitzender des InterAction Council) |
| 2005 | Adenauer-de-Gaulle-Preis 2005 |
| 2008 | "Außer Dienst. Eine Bilanz" |
| 2010 | Henri-Nannen-Preis für sein journalistisches Lebenswerk |
| 2010 | "Unser Jahrhundert. Ein Gespräch" (mit Fritz Stern) |
| 2011 | "Zug um Zug" (mit Peer Steinbrück) |
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