Köpfe: Leo KirchFoto: dpa

Leo Kirch Dr. rer. pol. † 14.07.2011

Geburtsdatum:
21.10.1926
Geburtsort:
Würzburg
Nationalität:
DE

deutscher Medienunternehmer

Herkunft und Familie

Leo Kirch, kath., war der Sohn des fränkischen Spenglers und Nebenerwerbswinzers Robert Kirch und dessen Frau Katharina. 1926 in Würzburg geboren, wuchs er mit seinem Bruder Frank, der die väterlichen Weinberge übernahm, im Dorf Fahr bei Volkach auf.

Mit seiner Frau Ruth, die er Mitte der 50er Jahre geheiratet hatte, lebte der öffentlichkeitsscheue K. zurückgezogen in München-Bogenhausen. 1957 kam mit Thomas Kirch der einzige Sohn des Paares zur Welt. Der eher technisch als kaufmännisch Interessierte war an der Kirch-Gruppe beteiligt, galt aber nie als potenzieller Nachfolger seines Vaters an der Spitze des Medienkonzerns. K.s privates Vermögen, zu dem Immobilien in München, Berlin und auf Rügen gehörten, wurde 1999 vom Wirtschaftsmagazin "Forbes" auf rd. 5 Mrd. US$ taxiert. K. erwarb sich den Ruf eines großzügigen Mäzens, der u. a. den Bau der Pinakothek der Moderne durch eine von ihm 1996 gegründete Stiftung maßgeblich finanzierte. Durch eine schwere Zuckerkrankheit war K. seit langer Zeit stark sehbehindert. Außerdem musste er sich mehreren Herzoperationen unterziehen. Die Folgen der Diabetes führten im Dez. 2007 zur Amputation seines linken Fußes und zuletzt zu K.s fast vollständiger Erblindung. Am 14. Juli 2011 starb K. 84-jährig im Kreis seiner Familie in München.

Quelle: Munzinger

Biographie

1946-1951Studium der Betriebswirtschaft und der Mathematik in Würzburg und München
1952Promotion zum Dr. rer. pol.
1955Gründung der Sirius-Film GmbH für den Handel mit Kinofilmrechten
1959Kauf von rund 400 Filmen bei den Hollywoodstudios United Artists/Warner Brothers
1959Gründung der Firma Beta-Film
1984Gesellschafter der PKS (Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenfernsehen), des späteren Fernsehsenders SAT.1
1984-1988Erweiterung von SAT.1 durch die Fernsehsender ProSieben, Kabel 1, N 24, Deutsches Sportfernsehen
seit 1984Aufstieg zur beherrschenden Figur des Privatfernsehens durch die Kontrolle der gesamten Verwertungskette von Medieninhalten
1985Erwerb eines 10%-Anteils am Axel-Springer-Verlag
1990Kooperation mit dem Bertelsmann-Konzern (RTL-Group) und dem französischen Canal Plus zur Verbreitung des analogen Bezahlsenders "Premiere"
1990Verbot der Kooperation von Kirch und Bertelsmann zur Einführung eines digitalen Bezahlsenders durch die Europäische Kommission und das Bundeskartellamt
1992Übertragung weiterer 16 % von Springer-Aktien an die Kirch-Gruppe
Jun. 1993Aufstockung des Anteils am Axel-Springer-Verlag auf 40 %
Jul. 1993Aufsichtsratsmitglied des Axel-Springer-Verlags
Jun. 1996Einführung des digitalen Senders "DF 1"
1997Erwerb der weltweiten Übertragungsrechte der Fußball-Weltmeisterschafts-Endrunden 2002 und 2006
1997Verkauf der Übertragungsrechte für die wichtigsten WM-Spiele 2002 an ARD und ZDF
1999Umstrukturierung der aus Schachtel- und Überkreuzbeteiligungen bestehenden Kirch-Gruppe
Okt. 1999Vereinigung des digitalen Senders DF 1 und des analogen Senders "Premiere" zum Pay-TV-Sender "Premiere World"
2001Rückforderung eines Kredits von 900 Mio. DM durch die Dresdner Bank
Mrz. 2001Kauf der Vermarktungsrechte von Formel-1-Autorennen über die EM.TV & Merchandising AG
Sep. 2001Übernahme des Springer-Anteils an Sport 1
30.01.2002Axel-Springer-Verlag nimmt Rückgabeoption vom Anteil an der ProSiebenSat.1 Media AG gegen 772 Mio. Euro wahr
20.03.2002Annullierung der Fusionspläne von ProSiebenSat.1 und der Kirch Media AG
08.04.2002Insolvenz der Kirch Media AG
12.06.2002Insolvenz der Dachgesellschaft Taurus-Holding und anderer Kirch-Beteiligungen
08.10.2002Deutsche Bank erwirbt das 40 %-Springer-Aktienpaket
31.10.2002Erwerb der Fußball-Vermarktungsrechte durch Günter Netzers Kirch-Sport AG (der späteren "Infront Sports & Media AG")
2003Permira wird Mehrheitseigner der Premiere Fernsehen GmbH & Co KG
Mrz. 2003Übernahme der Kirch Media AG durch ein Konsortium unter Führung des Heinrich-Bauer-Verlags scheitert
Aug. 2003Haim Saban erwirbt die Mehrheit an der ProSiebenSat.1 Media AG
Feb. 2005Einstellung des Ermittlungsverfahrens wegen Insolvenzdelikten
2006Urteil des Bundesgerichtshofs zur Schadensersatzpflicht der Deutschen Bank im Zusammenhang mit der Kirch-Pleite
Sep. 2007Rückkehr ins Mediengeschäft mit der Beteiligung an EM.Sport Media
Okt. 2007Erwerb der Vermarktungsrechte für die Fußball-Bundesliga
Jul. 2008Vermarktungsrechte für die Fußballbundesliga vom Bundeskartellamt gestoppt
Quelle: Munzinger
  • Köpfe: BMW AG
  • Köpfe: MAN SE
  • Köpfe: Deutsche Bank AG

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