Viel passiert ist nicht. Die nachrichtenarme Zeit haben Institutionen und Verbände genutzt, um auf den desolaten Zustand...
Foto: dpafranzösischer Jurist und Politiker
Staatspräsident (2007 - 2012)
Nicolas Paul Stéphane Sarkozy (eigentl. Sarközy) de Nagy-Bocsa wurde am 28. Jan. 1955 als zweiter von drei Söhnen eines ungarischen Aristokraten und Emigranten in Paris geboren. Sein Vater Pàl Sarközy de Nagy-Bocsa (geb. 1928) war 1944 nach dem Einmarsch der Roten Armee in Ungarn und der Beschlagnahmung des Familiengutes über Österreich nach Deutschland geflohen. Hier ließ er sich in Baden-Baden von der französischen Fremdenlegion anwerben. Nach Abschluss seiner Rekrutenzeit in Algerien und in Anbetracht eines drohenden Einsatzes in Indochina kündigte er jedoch seinen Fünfjahresvertrag. Er kam 1948 nach Marseille und lernte schließlich 1949 in Paris S.s Mutter Andrée Mallah (geb. 1925) kennen. S.s Vater war in der Werbebranche und als Publizist tätig und galt als ein eher unzuverlässiger Lebemann (vgl. SZ, 4.5.2007). Er verließ die Familie, als S. fünf war, und ging in die USA, wo er noch dreimal heiratete. S.s Mutter nahm nach der Scheidung ein Jurastudium auf und wurde Rechtsanwältin. Sie war die Tochter eines jüdisch-griechischen Arztes, der einer der wenigen Überlebenden der Jüdischen Gemeinde von Saloniki und zum Katholizismus konvertiert war. Großvater Benoît Mallah wurde quasi zum Ersatzvater S.s und prägte als überzeugter Gaullist früh das politische Bewusstsein des Enkels. S.s älterer Bruder Guillaume (geb. 1951) machte in der Textilwirtschaft Karriere und war bis 2006 stellv. Vorsitzender des Unternehmerverbandes MEDEF. Neben seinen beiden leiblichen Brüdern hat S. noch einen 15 Jahre jüngeren Halbbruder (Olivier; Investmentbanker in den USA). Vater Pàl kehrte später nach Paris zurück und begann mit 76 Jahren eine Karriere als Maler.
Der nur 1,65 m große S. hat zwei Kinder (Pierre und Jean; geb. 1985/1987) aus erster Ehe (1982-1996) mit der Korsin Marie-Dominique Culioli. Im Okt. 1996 heiratete er in zweiter Ehe Cécilia Ciganer-Albéniz (geb. 1957), mit der er bereits seit 1988 zusammengelebt hatte. Die Unternehmer Martin Bouygues und Bernard Arnault (s. o.) waren Trauzeugen bei der Hochzeit. Cécilia Sarkozy brachte ebenfalls zwei Kinder aus einer fr. Ehe ein. Aus der gemeinsamen Ehe entstammt Sohn Luis (geb. Okt. 1997). Seine Ehefrau galt lange als S.s rechte Hand und Beraterin und wurde nach seiner Wahl zum UMP-Chef 2004 auch seine Bürochefin. Nach zwischenzeitlicher Ehekrise und Versöhnung gab das Paar im Okt. 2007 offiziell die Trennung bekannt. Eine neue Lebenspartnerin fand S. noch im gleichen Jahr in der aus einer reichen italienischen Industriellenfamilie stammenden Sängerin Carla Bruni (geb. 1967), die er am 2. Febr. 2008 heiratete. Am 19. Okt. 2011 kam die gemeinsame Tochter Giulia zur Welt. Zuvor war S. im Jan. 2011 über seinen Sohn Jean erstmals Großvater geworden. S.s Hobbys sind Joggen und Reiten. Er mag die Musik des mit ihm befreundeten Rocksängers Johnny Hallyday.
| bis 1978 | Studium der Rechtswissenschaften (Maîtrise in Privatrecht) |
| 1974 | Beitritt zur Partei Rassemblement pour la République (RPR) |
| 1977-1983 | Stadtrat von Neuilly-sur-Seine |
| 1981 | Diplom am Institut d'études politiques |
| 1981 | Zertifikat für die Zulassung als Anwalt |
| 1981-1982 | Tätigkeit an der Rechtsfakultät der Universität Nanterre |
| 1983-2002 | Bürgermeister von Neuilly-sur-Seine |
| 1988-2002 | Abgeordneter in der Nationalversammlung |
| Mrz. 1993-Mai 1995 | Haushaltsminister und Regierungssprecher unter Premierminister Balladur |
| 1998-1999 | Generalsekretär des RPR |
| Apr. 1999-Okt. 1999 | Interimsvorsitzender des RPR |
| Mai 2002-Mrz. 2004 | Innenminister |
| Mrz. 2004-Nov. 2004 | "Superminister" für Finanzen, Wirtschaft und Industrie |
| 28.11.2004-14.05.2007 | Vorsitzender der UMP |
| 02.06.2005-26.03.2007 | Innenminister |
| Mai 2007-Mai 2012 | Staatspräsident |
| Jul. 2008 | Frankreich übernimmt EU-Ratspräsidentschaft |
| Jul. 2008 | Gründung der "Mittelmeerunion" |
| Dez. 2008 | Konjunkturprogramm über 26 Mrd. Euro |
| Mai 2010 | Mitinitiator des Euro-Rettungsschirms über 750 Mrd. Euro |
| Sep. 2010 | umstrittene Rentenreform |
| 14.11.2010 | Kabinettsneubildung |
| Jan. 2011 | Übernahme der G-8- und G-20-Präsidentschaft |
| Mrz. 2011 | Militärische Intervention in Libyen |
| Sep. 2011 | Besuch in Tripolis/Libyen nach dem Sieg der Revolution |
| Mai 2012 | Niederlage bei den Präsidentschaftswahlen; Ausscheiden aus dem Amt des Staatspräsidenten |
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