Köpfe: Otto Graf LambsdorffFoto: www.liberale.de

Otto Graf Lambsdorff Dr. jur. † 05.12.2009

Geburtsdatum:
20.12.1926
Geburtsort:
Aachen
Nationalität:
DE

deutscher Politiker

Herkunft und Familie

Otto Friedrich Wilhelm von der Wenge Graf Lambsdorff war das älteste von drei Kindern des Kaufmanns Herbert Graf Lambsdorff (1899–1976). Er entstammte westfälischem, später im Baltikum ansässigem Uradel. Die Familie hat zahlreiche Staatsdiener, darunter einen zaristischen Außenminister Anfang des 20. Jahrhunderts, hervorgebracht. L.s Bruder Hagen (*1935) war Diplomat (u. a. Deutscher Botschafter in Prag und Riga), dessen Sohn Alexander Graf Lambsdorff (*1966) FDP-Europaabgeordneter ab 2004.

L. war ab 1953 mit Renate, geb. Lepper, verheiratet und hatte aus dieser geschiedenen Ehe drei Kinder: Nikolaus, Cecilie und Susanne. Mit der knapp 20 Jahre jüngeren Diplomvolkswirtin und Bankmanagerin Alexandra, geb. von Quistorp, schloss L. 1975 eine zweite Ehe. Alexandra Lambsdorff war bis Ende 1991 Generalbevollmächtigte des Bankhauses Lampe KG in Düsseldorf. Als Hobbys des Bach- und Mozartverehrers und überzeugten Protestanten galten Schwimmen, Lesen und die japanische Küche. L. war Rotarier und lebte in Bad Münstereifel. Am 5. Dez. 2009 starb er kurz vor seinem 83. Geburtstag in einem Bonner Krankenhaus. Er sei von "seinem vielfältigen Leiden erlöst worden", teilte sein Büro mit. L.s Urne wurde im Familiengrab auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Potsdam beigesetzt.

Quelle: Munzinger

Biographie

1946Abitur
1947-1950Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Bonn und Köln
1950Referendarexamen
1951-1953Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Aachen
seit 1951Mitglied der FDP
1952Promotion zum Dr. jur.
1955Assessorexamen
1955-1971Tätigkeit im Kreditgewerbe, zuletzt als Generalbevollmächtiger des Düsseldorfer Privatbankhauses Trinkaus
1960Zulassung als Rechtsanwalt am Amts- und Landgericht Düsseldorf
1968-1978Landesschatzmeister der FDP in Nordrhein-Westfalen
1971-1977Mitglied des Vorstands der Victoria Rückversicherungs AG Berlin/Düsseldorf
1972Mitglied des Bundesvorstands der FDP
1972-1998Mitglied des Bundestags
07.10.1977-17.09.1982Minister für Wirtschaft im Kabinett Schmidt
1978Eintritt in die Düsseldorfer Anwaltssozietät Wessing/von der Goltz
1978Stellv. Landesvorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen
Sep. 1982Vorlegung eines Konzepts ("Lambsdorff-Papier")
17.09.1982Bruch der sozialliberalen Koalition
04.10.1982-26.06.1984Minister für Wirtschaft im Kabinett Kohl
1984-1997Wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP
26.06.1984Rücktritt als Minister für Wirtschaft vor dem Hintergrund der Flick-Spenden-Affäre
Feb. 1987Verurteilung zu einer Geldstrafe von 180.000 DM wegen Steuerhinterziehung
Okt. 1988-1993Bundesvorsitzender der FDP
1991-1994Präsident der Liberalen Internationale
seit 1993Ehrenvorsitzender der FDP
1995-2006Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung
1998Verzicht auf eine weitere Kandidatur für den Bundestag
Jul. 1999-2002Beauftragter für die Verhandlungen über die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern (Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft")
Quelle: Munzinger
  • Köpfe: Deutsche Börse AG
  • Köpfe: Volkswagen AG
  • Köpfe: Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA
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