Konjunktur: Chinas Industrieproduktion so schwach wie zuletzt im November 2008

Konjunktur: Chinas Industrieproduktion so schwach wie zuletzt im November 2008

, aktualisiert 12. März 2016, 09:54 Uhr
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Seit Beginn der Konjunkturabkühlung stützt die chinesische Notenbank die Wirtschaft mit verschiedenen Maßnahmen.

Quelle:Handelsblatt Online

In China mehren sich die Anzeichen für eine stärkere Abkühlung der Volkswirtschaft. Zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums schließt Chinas Notenbank jedoch exzessive Konjunkturstimuli aus.

PekingDie chinesische Industrie produzierte zu Jahresbeginn so wenig wie zuletzt im November 2008, wie das Statistikamt am Samstag bekanntgab. Die Industrieproduktion habe im Januar und Februar lediglich um 5,4 Prozent zugelegt. Im Dezember war noch ein Plus von 5,9 Prozent verzeichnet worden.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten für die ersten zwei Monate des Jahres damit gerechnet, dass die Produktion um 5,6 Prozent anzieht. Die schwache Entwicklung dürfte den Druck auf die Politik erhöhen, weitere Schritte zu ergreifen, um die Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft nach den USA anzukurbeln. Zumal auch die Einzelhandelsumsätze im Januar und Februar unter den Erwartungen ausfielen. Sie stiegen um 10,2 Prozent, während Aufschläge von 10,8 Prozent prognostiziert wurden. Positive Signale kamen lediglich von den Anlageinvestitionen. Sie legten im Januar und Februar um 10,2 Prozent zu. Experten hatten nur mit 9,5 Prozent gerechnet.

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Chinas Notenbank schließt jedoch exzessive Konjunkturstimuli zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums aus. Dies sei nicht nötig, um die Wachstumsziele zu erreichen, sagte Notenbankgouverneur Zhou Xiaochuan am Samstag auf einer Pressekonferenz in Peking. Im vergangenen Jahr war die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft hinter den USA um 6,9 Prozent gewachsen und damit so langsam wie seit 25 Jahren nicht.

Zhou befürchtet, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik den Abwärtsdruck auf die Landeswährung Yuan erhöht und die Kapitalabflüsse weiter anfacht. Zhou betonte zugleich, dass die Zentralbank im Falle unvorsehbarer wirtschaftlicher Schocks - national oder international - flexibel agieren werde. Dann seien jederzeit dynamische Anpassungen möglich.

Seit Beginn der Konjunkturabkühlung stützt die chinesische Notenbank die Wirtschaft mit verschiedenen Maßnahmen. Erst Ende Februar erklärte sie, Banken müssten künftig weniger Kapital als Mindestreserve vorhalten. Zudem wurden seit November 2014 die Leitzinsen sechsmal gesenkt. Trotzdem lahmt die Wirtschaftslokomotive. Zu Jahresbeginn produzierte die chinesische Industrie so wenig wie zuletzt im November 2008, wie das Statistikamt am Samstag bekanntgab.

Quelle:  Handelsblatt Online
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