Konjunktur: Deutscher Leistungsbilanzüberschuss wird kleiner

Konjunktur: Deutscher Leistungsbilanzüberschuss wird kleiner

, aktualisiert 08. August 2017, 11:08 Uhr
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Die Exporte aus Deutschland sind zuletzt gesunken.

von Norbert HäringQuelle:Handelsblatt Online

Deutschland wird international dafür kritisiert, mehr Waren aus- als einzuführen. Nun sinkt dieser Überschuss. Zu den Gründen zählen steigende Importe und Zahlungen an das Ausland.

Im Juni sind die deutschen Warenexporte saisonbereinigt gegenüber Mai um 2,8 Prozent gesunken, die Importe gingen sogar um 4,5 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Vorangegangen waren allerdings jeweils kräftige Anstiege, sodass Analysten die Zahlen mehrheitlich als normale Schwankungen interpretierten, nicht als neuen Trend. Der Rückgang der Exporte sei „eine technische Korrektur, ähnlich wie bei der Industrieproduktion. Das ist nach fünf Anstiegen in Folge verkraftbar“, kommentierte Andreas Rees von Unikredit: „Der Aufwärtstrend bleibt intakt.“

Ein Trend zeigt sich jedoch bei Betrachtung des gesamten ersten Halbjahrs. Der Überschuss im Warenhandel mit dem Ausland ist in dieser Zeit gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um sieben Milliarden Euro auf 122,5 Milliarden Euro gesunken, weil die Importe deutlich stärker zunahmen als die Exporte. Außerdem verschlechterte sich der Saldo der sogenannten Sekundäreinkommen um neun Milliarden Euro auf minus 26,8 Milliarden Euro. Dazu gehören vor allem Zahlungen an internationale Organisationen und die Entwicklungshilfe, sowie Heimüberweisungen von Menschen mit ausländischen Wurzeln.

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Im Ergebnis ging der Leistungsbilanzüberschuss, für den Deutschland aus dem Ausland oft scharf kritisiert wird, um rund zwölf Prozent auf 120 Milliarden Euro zurück. In dieser Höhe verschuldete sich das Ausland zusätzlich bei deutschen Adressen, um mehr deutsche Waren und Dienstleistungen aus Deutschland zu beziehen als nach Deutschland zu verkaufen. Im gesamten Vorjahr hatte der 8,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen. Da er schon seit Jahres so hoch ist, wurde dies unter anderem von der EU und den USA kritisiert. Bei einer Fortsetzung der Entwicklung des ersten Halbjahrs würde der Überschuss auf gut sieben Prozent des BIP sinken.

Quelle:  Handelsblatt Online
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