Konjunktur: „Harvey“ trübt gute Wirtschaftszahlen der USA

Konjunktur: „Harvey“ trübt gute Wirtschaftszahlen der USA

, aktualisiert 30. August 2017, 17:55 Uhr
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Die Verbraucher kurbeln durch ihren Konsum die US-Wirtschaft an.

Quelle:Handelsblatt Online

Im zweiten Quartal hat das US-BIP um überraschend starke 3,0 Prozent zugelegt. Den größten Anteil daran tragen die erhöhten Ausgaben der Verbraucher. Allerdings bleibt das Ausmaß von Tropensturm „Harvey“ abzuwarten.

WashingtonDie US-Wirtschaft läuft nach schwachem Jahresbeginn wieder auf Hochtouren. Zwischen April und Juni stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer Jahresrate von 3,0 Prozent, wie das Handelsministerium in Washington am Mittwoch mitteilte. Das ist das stärkste Plus seit mehr als zwei Jahren und liegt deutlich über der ersten Schätzung von 2,6 Prozent. Jüngste Konjunkturdaten deuten zudem darauf hin, dass der Schwung auch im laufenden dritten Quartal anhält. Für Unsicherheit sorgt allerdings der Tropensturm „Harvey“. Dessen Auswirkungen auf die Wirtschaft lassen sich bislang noch nicht abschätzen.

Der größte Wachstumsschub kam im Frühjahr von den Verbrauchern. Deren Konsumausgaben, die mehr als zwei Drittel des US-BIP ausmachen, legten im zweiten Quartal um 3,3 Prozent zu. Aber auch die Unternehmen lieferten einen kräftig Beitrag. Sie steigerten ihre Investitionen in Ausrüstung wie Maschinen und Fahrzeuge um 8,8 Prozent – der höchste Zuwachs seit fast zwei Jahren. Volkswirte hatten für das zweite Jahresviertel lediglich mit einem BIP-Anstieg von 2,7 Prozent gerechnet, nachdem die weltgrößte Volkswirtschaft von Januar bis März nur um 1,2 Prozent gewachsen war.

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US-Präsident Donald Trump will die Konjunktur mit einer Steuerreform und Investitionen ankurbeln. Doch bislang hat er viele seiner Versprechen nicht umgesetzt. Aktuell stehen die Chancen schlecht, dass der republikanisch kontrollierte Kongress bis zum Jahresende neue Steuergesetze auf den Weg bringt. Die Ratingagentur Moody's schätzt inzwischen die Wachstumsaussichten der USA in diesem Jahr etwas pessimistischer ein als noch zuletzt. Sie senkte ihre Erwartung um 0,2 Punkte auf ein Plus von 2,2 Prozent.

Die jüngsten Daten zum US-Arbeitsmarkt bestätigen das Bild einer Wirtschaft unter Volldampf. So schufen Firmen im August 237.000 neue Jobs, wie eine Erhebung des Personaldienstleisters ADP zeigte. Dies ist das stärkste Zuwachs seit März. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit 183.000 neuen Stellen gerechnet.

Die US-Notenbank (Fed) hat bei einer Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent ihr erklärtes Ziel Vollbeschäftigung de facto erreicht. Sie hat den Leitzins zuletzt im Juni auf das aktuelle Niveau von 1,0 bis 1,25 Prozent angehoben. Die Währungshüter wollen bis Jahresende nachlegen, falls die Konjunkturlage es erlaubt. Am Freitag steht der Arbeitsmarktbericht der Regierung an. Ökonomen erwarten ein Plus von 180.000 Jobs im August.

Quelle:  Handelsblatt Online
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