Kritik an EZB: Zypries-Berater halten Nullzinspolitik für gefährlich

Kritik an EZB: Zypries-Berater halten Nullzinspolitik für gefährlich

, aktualisiert 04. April 2017, 17:27 Uhr
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Als eine der Folgen der Nullzins-Politik der EZB nennt der Beirat von Wirtschaftsministerin Zypries, dass viele Finanzinstitutionen wie Versicherungen keine ausreichenden Gewinne mehr erzielen und ihre Kosten nicht mehr decken können.

Quelle:Handelsblatt Online

Die EZB-Nullzinspolitik hat einem Bericht der wissenschaftlichen Berater von Wirtschaftsministerin Zypries zufolge gravierende Risiken. So hemmte diese Politik zum Beispiel die Sanierung des Finanzsektors.

BerlinDie wissenschaftlichen Berater von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries halten die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) für höchst gefährlich für das Finanzsystem. In einem Gutachten, das der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlag und das am Mittwoch veröffentlich werden soll, warnt der Wissenschaftliche Beirat des Wirtschaftsministeriums vor gravierenden Risiken. Die EZB konzentriere sich fast ausschließlich darauf, durch die Senkung der Zinssätze die Kreditvergabe anzukurbeln und damit die Konjunktur zu beleben. Die Belastungen des Finanzsektors dadurch aber würden hintangestellt. „Die seit 2014 verfolgte Geldpolitik der EZB trägt den genannten Risiken nicht angemessen Rechnung“, stellen die Experten fest.

„Aus Sicht des Finanzsystems sind Zinssätze von Null oder gar negative Zinssätze aus verschiedenen Gründen sehr problematisch.“ So werde die nötige Sanierung des Sektors gehemmt. Bestimmte Probleme könnten sich sogar verschärfen, da der Druck auf die Gewinnmöglichkeiten der Banken anhalte. Denn die Bestände an neuen mit zu niedrigen Zinssätzen vergebenen Krediten nähmen bei den Geldhäusern beständig zu.

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Als eine der Folgen der Nullzins-Politik nennt der Beirat, dass viele Finanzinstitutionen wie Versicherungen keine ausreichenden Gewinne mehr erzielen und ihre Kosten nicht mehr decken können. Hinzu kämen die Risiken für etliche Unternehmen, wenn es schließlich zu einer Zinswende komme. Auch für die Vermögensanlage gebe es negative Auswirkungen.

In ihrem Gutachten sprechen sich die Wissenschaftler sprechen zudem gegen eine Abschaffung oder Beschränkung des Bargeldgebrauchs aus, wie er in den letzten Monaten wiederholt diskutiert wurde. Aufgabe des unabhängigen Beirates ist es, die Ministerin in allen Fragen der Wirtschaftspolitik zu beraten. Seine Empfehlungen und Befunde sind aber nicht bindend.

Quelle:  Handelsblatt Online
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