Kupferpreis: Comeback von Dr. Copper

Kupferpreis: Comeback von Dr. Copper

, aktualisiert 13. April 2016, 13:43 Uhr
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Freileitung-Telefonkabel: Ohne Kupfer läuft in vielen Bereichen nichts.

Quelle:Handelsblatt Online

Positive Zahlen aus China sorgen für einen deutlichen Anstieg des Kupferpreises. Warum die Erholung des Industriemetalls für die Entwicklung der Weltwirtschaft hoffen lässt.

DüsseldorfEine überraschend hohe Nachfrage aus China hat dem Kupferpreis am Mittwoch Auftrieb gegeben. Zur positiven Stimmung trugen auch ermutigende Konjunkturdaten bei. Das Industriemetall verteuerte sich um bis zu 1,9 Prozent auf 4855 Dollar je Tonne. An der Börse Schanghai stieg der Preis sogar um bis zu 4,1 Prozent auf 37.360 Yuan (5777 Dollar).

Die chinesischen Exporte stiegen im März erstmals seit Juni wieder. Gleichzeitig importierte die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft 570.000 Tonnen Kupfer - so viel wie noch nie. Im Vergleich zum Vormonat ist dies ein Plus von 35,7 Prozent. Analystin Helen Lau vom Brokerhaus Argonaut warnte aber vor überzogenen Erwartungen. „Da die Lagerbestände sehr hoch sind, könnte China zu viel importiert haben.“ Daher müsse für April insgesamt mit einem Rückgang gerechnet werden.

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Der Preis für Kupfer hat eine lange Talfahrt hinter sich. Noch vor rund fünf Jahren kostete eine Tonne noch 9840 Dollar, ehe sich der Preis bis Anfang 2016 mehr als halbierte. Noch Anfang dieses Jahres markierte das Industriemetall mit 4325 Dollar ein neues Sechsjahres-Tief, ehe die Erholung startete. Lediglich während der Finanzkrise 2009 lag der Preis mit 2845 Dollar tiefer.

Kupfer gilt als weltweiter Konjunkturindikator, denn ohne das Industriemetall geht in vielen Bereichen nichts. Laut der internationalen Copper Study Group, ein Verband von Kupfer fördernden, verarbeitenden und verbrauchenden Ländern, gäbe es ohne das rote Metall kein Licht, kein Telefon, kein Auto und keinen Computer. Das Metall ist sowohl für die Herstellung von Smartphones als auch für die Produktion von Bremsbelägen notwendig.

Am Bau spielt das Metall ebenfalls eine große Rolle, rund 28 Prozent des weltweiten Kupferverbrauchs entfallen auf dieses Gewerbe. Aufgrund seiner Bedeutung als Indikator wird das Metall in der Branche auch Dr. Copper genannt.

Weil China der größte Player auf dem Kupfermarkt ist, haben auch die Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte so großen Einfluss: Der Preis für das Edelmetall zog an, weil der erste Anstieg der chinesischen Exporte seit einem dreiviertel Jahr auf eine Belebung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hoffen lässt. Die Ausfuhren wuchsen im März um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Statistik der Zollbehörde hervorgeht.

Das war das kräftigste Wachstum seit mehr als einem Jahr. Es fiel fast fünf Mal so stark aus wie von Ökonomen erwartet. Im Februar waren die Exporte noch um ein Viertel eingebrochen. „Die Zahlen mindern das akute Drohpotenzial einer harten Landung Chinas und sind ein willkommener Stimmungsaufheller für die internationalen Finanzmärkte“, sagte NordLB-Analyst Frederik Kunze.

Quelle:  Handelsblatt Online
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