Landesbanken: „HSH Nordbank hat sich Privatisierung verdient“

Landesbanken: „HSH Nordbank hat sich Privatisierung verdient“

, aktualisiert 31. August 2017, 16:15 Uhr
von Frank Matthias DrostQuelle:Handelsblatt Online

Die HSH Nordbank präsentiert zufriedenstellende Halbjahreszahlen und eine sehr gute Kapitalquote auf. Vorstandschef Stefan Ermisch nutzt das für einen außergewöhnlichen Appell.

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Eine Vorab-Version des Bilanzberichts liegt auf dem Tisch. Die HSH Nordbank hat heute ihrer Halbjahreszahlen vorgestellt. Firmenchef Stefan Ermisch ist optimistisch, das der Verkauf der Bank gelingt.

HamburgBei der Präsentation der Halbjahreszahlen wurde der Vorstandschef der HSH Nordbank, Stefan Ermisch, ungewöhnlich offensiv: „Die HSH Nordbank hat sich die Privatisierung redlich verdient.“ Befreit von aktuellen Beschränkungen aus EU-Auflagen würden sich für den neuen Eigentümer exzellente Chancen ergeben. „Nach zwei Jahren harter Sanierung ist die Bank eine feste Größe im Wettbewerb und damit für Investoren attraktiv“, meinte Ermisch.

Doch noch ist nicht klar, ob die Privatisierung wirklich gelingt. Die Mehrheitseigner Schleswig-Holstein und Hamburg müssen sich bis Februar 2018 von der Bank trennen. Das ist eine Auflage der EU-Kommission, die im Gegenzug grünes Licht für Beihilfen gab. Ende Oktober wollen die Eigner entscheiden, mit wem sie finale Verhandlungen führen wollen. Als Interessenten gelten in erster Linie Finanzinvestoren.

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Die relativ guten Zahlen stimmen Ermisch aber optimistisch, dass der Verkauf gelingt. In den ersten sechs Monaten erzielte die HSH, die aus einer florierenden Kernbank und einer Abbaubank besteht, einen Vorsteuergewinn von 173 Millionen Euro, der sich damit auf Vorjahresniveau bewegte. Doch innerhalb des Konzerns ging es weniger statisch zu.

„Bärenstark“, so Ermisch, habe sich dabei die Kernbank entwickelt. Der Vorsteuergewinn stieg von 342 Millionen Euro auf 506 Millionen Euro, was auch durch den Verkauf von Wertpapieren gelang. Damit war die Bank in der Lage, den Verlust der Abbaubank von 348 Millionen Euro, der maßgeblich auf die Risikovorsorge auf Schiffe zurückzuführen ist, mehr als auszugleichen.

Da die Bilanzgarantie der Länder in Höhe von zehn Milliarden Euro komplett ausgenutzt ist, musste die Bank die Risikovorsorge auf alte Schiffskredite erstmals komplett selbst stemmen. Angesichts dieser Umstände ist Ermisch stolz auf die zum 30.6.2017 ausgewiesene harte Kernkapitalquote: Sie liegt bei 15 Prozent und markiert unter deutschen Banken ein Topniveau. Die Finanzaufsicht schreibt der Bank eine Quote von 10,5 Prozent vor. Unter den Landesbanken weist nur die Landesbank Baden-Württemberg eine höhere Eigenkapitalquote aus.

Obwohl die Zukunft der HSH Nordbank alles andere als sicher ist, halten die Kunden der Bank die Treue. Das Neugeschäft stieg um 25 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, wobei eine Milliarde Euro auf komplett neue Kunden entfiel.

Während neue Kunden gewonnen werden, sieht sich die HSH Nordbank bei der Vorsorge für ausfallgefährdete Schiffskredite auf der sicheren Seite. Die Abdeckungsquote liege bei 61 Prozent. „Das ist derzeit der höchste Wert in der Industrie“, meinte Ermisch. Faule Schiffskredite in einem Volumen von 8,4 Milliarden Euro sind durch eine Vorsorge von 5,2 Milliarden Euro abgesichert. Bei der NordLB liegt die Quote beispielsweise bei 45 Prozent.

Fortschritte vermeldet die HSH Nordbank auch bei der Reduzierung des Abbaubank-Portfolios, was tendenziell die Privatisierungschancen erhöht. Das Volumen konnte im ersten Halbjahr um 20 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro verringert werden. Ermisch kann sich vorstellen, dass der Wert bis Ende des Jahres auf unter 14 Milliarden Euro fällt.

Den Vorsteuergewinn von 173 Millionen Euro will das HSH-Management aber nicht auf das Jahr hochschreiben. Erwartet werden jetzt 120 Millionen Euro. Bislang ging die Bank von rund 100 Millionen Euro Gewinn vor Steuern aus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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