Landesbanken: Niedrigzinsen setzen Helaba zu

Landesbanken: Niedrigzinsen setzen Helaba zu

, aktualisiert 24. August 2016, 08:32 Uhr
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Es werde zunehmend schwieriger die Belastungen durch die EZB-Zinspolitik zu kompensieren, sagte Helba-Chef Herbert Hans Grüntker.

Quelle:Handelsblatt Online

Die rekordniedrigen Zinsen belasten das Geschäft der Helaba: Sie hat im ersten Halbjahr deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker sieht deshalb „wenig Raum für Optimismus.“

Die rekordniedrigen Zinsen und der maue Handel rund um das Brexit-Referendum machen der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zu schaffen. Der Vorsteuergewinn brach im ersten Halbjahr um 23 Prozent auf 279 Millionen Euro ein. Es werde zunehmend schwieriger, wenn nicht gar unmöglich, die Belastungen durch die EZB-Zinspolitik ertragsmäßig zu kompensieren, sagte Helba-Chef Herbert Hans Grüntker am Mittwoch.

„Wir sehen daher wenig Raum für Optimismus und bleiben bei unserer angekündigten Prognose für das Gesamtjahr.“ Der seit Oktober 2015 amtierende Vorstandsvorsitzende erwartet einen Vorsteuergewinn „spürbar“ unter dem Vorjahreswert von 596 Millionen Euro.

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Die Niedrigzinsen setzen auch der LBBW, der BayernLB und vielen anderen Geldhäusern zu. Grüntker hatte die Gewinnerwartungen für die kommenden Jahre wegen der Niedrigzinsen bereits bei der Bilanzpressekonferenz im März gesenkt. Im ersten Halbjahr habe die Helaba allerdings etwas besser abgeschnitten als geplant, erklärte er nun.

Das mittel- und langfristige Neugeschäft, das um sechs Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zurückging, bewege sich nach wie vor auf gutem Niveau.

Besonders heftig fiel im ersten Halbjahr das Handelsergebnis, was Grüntker auf die Unsicherheit an den Märkten rund um das britische Votum für den EU-Austritt zurückführt. Zudem legte die Bank etwas mehr Geld für ausfallgefährdete Kredite zurück. Besonders stark stieg die Risikovorsorge für Schiffskredite an. Die Helaba hat knapp 1,5 Milliarden Euro an die Branche verliehen, die seit Jahren eine tiefe Krise durchläuft.

Den größten Anteil zum Helaba-Gewinn steuerte von Januar bis Ende Juni erneut das Immobilien-Geschäft bei, auch wenn das Vorsteuerergebnis in dem Segment um ein Fünftel auf 180 Millionen Euro sank. Das Geschäftsvolumen habe sich wegen hoher Tilgungen leicht reduziert, erklärte die Helaba. Der Zinsüberschuss sei aufgrund sinkender Margen im Neugeschäft gefallen.

Den Konkurrenten Deutsche Pfandbriefbank und Aareal setzt der immer stärkere Wettbewerb im Immobiliengeschäft ebenfalls zu. Die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien ist zwar weiter hoch, doch gerade in Europa bringen institutionelle Investoren wegen der Geldflut der Notenbank und der Mini-Zinsen sehr viel Eigenkapital mit. Wer überhaupt noch Kredite braucht, freut sich darüber, dass sich sehr viele Banken in dem Geschäft tummeln und sich bei den Konditionen gegenseitig unterbieten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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