Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Kopf-an-Kopf-Rennen im Ländle

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Kopf-an-Kopf-Rennen im Ländle

, aktualisiert 01. März 2016, 15:05 Uhr
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Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), ist beliebter als ihre Konkurrentin Julia Klöckner. Doch ob das reicht, ist noch ungewiss.

Quelle:Handelsblatt Online

Standen die Zeichen kürzlich im Ländle noch auf Regierungswechsel, nähern sich CDU und SPD in der Wählergunst an. Das mögliche Kopf-an-Kopf-Rennen vor den Landtagswahlen wird am Abend vor den Kameras weitergeführt.

Mainz Weniger als zwei Wochen vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stehen sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und CDU-Herausforderin Julia Klöckner im TV-Duell des Südwestrundfunks gegenüber. In der Live-Sendung am Dienstagabend (20.15 Uhr) stellen sich die Spitzenkandidatinnen eine Stunde lang den Fragen des SWR-Moderators Fritz Frey.

Beide Politikerinnen müssen frei reden, Spickzettel sind tabu. Dreyer und Klöckner sollen die gleiche Redezeit bekommen. Die erste Frage beantwortet CDU-Landeschefin Klöckner, das letzte Wort hat Dreyer. Zuschauer sind nicht im Studio.

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Die aktuellste Umfrage deutet zunehmend auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Ländle hin. Obwohl die CDU im Ländle stärkte Partei würde, wären am Sonntag Wahlen, so schmilzt ihr Vorsprung im Vergleich zu vorangegangenen Umfragen vor der SPD weiter. Die Sozialdemokraten stellen derzeit gemeinsam mit den den Grünen die Mehrheit – und die Ministerpräsidentin Dreyer. Diese Mehrheit wankt allerdings.

Würde am Sonntag gewählt, käme die CDU auf 36 Prozent (minus einen Prozentpunkt) und wäre stärkste politische Kraft. Das ist der zweitschlechteste Wert in dieser Legislaturperiode. Die SPD legte dagegen in der aktuellen Umfrage um einen Punkt zu und erreichte 32 Prozent. Die Grünen blieben unverändert bei acht Prozent. Damit wären sie erneut nur noch an vierter Stelle.

Das geht aus einer repräsentativen Telefon-Umfrage von „Infratest dimap“ im Auftrag des SWR-Politikmagazin „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ hervor. Die AfD erreichte, wie auch schon bei der Umfrage vom 11. Februar, neun Prozent. Auch die FDP steht unverändert bei sechs Prozent. Die Linke würde mit vier Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.

Wenn sich die Umfrage bewahrheitete, säßen künftig fünf Parteien im Parlament in Mainz. Eine Regierungsbildung wäre kompliziert, da es keine Mehrheit für Rot-Grün (40 Prozent) gäbe. Aber auch Schwarz-Gelb (42 Prozent) oder Schwarz-Grün (44 Prozent) wären nicht mehrheitsfähig. Nur eine Große Koalition mit zurzeit 68 Prozent der Stimmen wäre möglich. Eine Koalition aus CDU, Grünen und FDP käme immerhin auf 50 Prozent, die Ampel aus SPD, FDP und Grünen auf 46 Prozent.

In der Wählergunst liegt also keine zukünftige Regierungskoalition vorn. Rot-Grün bezeichnet zwar jeder Zweite als gut für das Bundesland, eine Große Koalition aus CDU und SPD findet mit 47 Prozent aber ähnlichen Zuspruch.


Dreyer beliebter als Klöckner

Andere Koalitionen hätten dagegen fast gar keine Chance: Schwarz-Gelb ist für 37 Prozent die bevorzugte Koalition. Schwarz-Grün wollen nach der aktuellen Umfrage 30 Prozent, fünf Prozent mehr als noch bei der vergangenen Umfrage. Ein Drei-Parteien-Modell aus SPD, Grünen und FDP wollen 23 Prozent. Die schwarze Ampel aus CDU, FDP und Grünen würden 22 Prozent bevorzugen. Die Koalitionsfrage wurde zuletzt im Januar 2013 gestellt.

Könnten die Rheinland-Pfälzer ihre Ministerpräsidentin direkt wählen, wäre Amtsinhaberin Dreyer ihrer Konkurrentin überlegen. Gegenüber einer früheren Umfrage vom Februar 2016 konnte sie ihren Vorsprung in den Beliebtheitswerten weiter vergrößern. In der aktuellen Umfrage erreicht sie gar 50 Prozent, während die CDU-Herausforderin Julia Klöckner sechs Prozentpunkte auf 31 Prozent verliert. Unentschlossen sind laut Umfrage 17 Prozent der Befragten.

Schaut man nach der Zustimmung der Spitzenkandidatinnen bei den Parteianhängerschaften, so erreichte Dreyer unter den CDU-Anhängern 17 Prozent. Klöckner könnte im Lager der SPD nur fünf Prozent verzeichnen. Unter den Anhängern der rechtspopulistischen AfD haben sich laut „PoliTrend“ hingegen 31 Prozent für Julia Klöckner ausgesprochen und nur 25 Prozent für Dreyer.

Mit ihrer aktuellen Flüchtlingspolitik stößt die rot-grüne Landesregierung in Rheinland-Pfalz auf ein geteiltes Echo: 46 Prozent sind zufrieden oder sehr zufrieden damit, wie die Landesregierung mit den Asyl- und Flüchtlingsproblemen umgeht. 50 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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