LG G5 im Test: Ein Smartphone für Freunde des Baukastens

LG G5 im Test: Ein Smartphone für Freunde des Baukastens

, aktualisiert 18. Mai 2016, 09:54 Uhr
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Die modulare Bauweise hat ihren Preis. Das Android-Smartphone kostet im Handel um die 600 Euro, das Kamerazubehör weitere 80 Euro.

von Christof KerkmannQuelle:Handelsblatt Online

Ein Klick, und das Smartphone hat wieder Strom: Das G5 von LG ist modular aufgebaut. Mit zwei Handgriffen lässt sich der Akku austauschen oder ein Kameramodul anschließen – fast wie bei Bauklötzen. Aber was bringt das?

Nur noch wenige Prozent Akkuladung und keine Steckdose in Sicht: Für viele Smartphone-Nutzer ist das purer Stress. Dieses Symptom will LG mit dem neuen Spitzenmodell G5 lindern. Der koreanische Hersteller hat das Gerät modular gestaltet – es lässt sich einfach öffnen und erweitern. Zum Beispiel mit einem Kameramodul, das neben Tasten für Zoom und Auslöser auch einen großen Zusatzakku enthält.

Es ist ein Konzept, das sich von der großen Masse abhebt. Neben der Kameraerweiterung will LG für audiophile Nutzer auch einen Digital-Analog-Wandler auf den Markt bringen, später vielleicht auch andere Module. Das hat allerdings seinen Preis. Das Android-Smartphone kostet im Handel um die 600 Euro, das Kamerazubehör weitere 80 Euro. Lohnt sich die Investition in den Baukasten?

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Grundsätzlich ist das G5 ein Gerät, das in der Spitzenklasse mithalten kann. Das Aluminiumgehäuse mit griffigem Überzug fühlt sich hochwertig an, Prozessor und Grafikchip lassen im Alltag keine Schwächen erkennen (auch wenn Modelle wie das Galaxy S7 in Vergleichstest noch besser abschneiden) und der Bildschirm bietet eine knackig-scharfe Darstellung. So weit, so gut.

Was das LG-Gerät sichtbar von der Konkurrenz unterscheidet, ist die modulare Bauweise. Mit zwei Handgriffen lässt sich die Unterseite öffnen – einerseits um den Akku auszutauschen, der bei den meisten anderen Smartphones fest verbaut ist, andererseits, um Zubehör anzuschließen. „Freunde“ nennt LG diese Zusatzgeräte.

Der Umbau ist einfach, mit zwei Handgriffen lässt sich das Gehäuse öffnen. Allerdings geht das Smartphone dabei aus, einen Puffer hat LG nicht eingebaut. Wer unterwegs einen frischen Akku oder das Kameramodul andockt, ist trotzdem innerhalb weniger Minuten wieder online. Wobei sich die Frage stellt, ob das überhaupt nötig ist: Auch ohne Extrastrom hält das G5 einen Tag durch.

Wobei es nicht nur um den Akku geht. So erleichtert das „Cam Plus“-Modul die Handhabung der Kamera. Ein Rädchen zum Zoomen und eine Taste zum Auslösen ersparen einem das Gefummel auf dem Touchscreen, mit einem Knopfdruck lassen sich außerdem Videos aufnehmen. Besonders ergonomisch ist der Griff allerdings nicht gestaltet: Er liegt nicht gut in der Hand, auch die Zoomfunktion lässt sich nicht bequem bedienen. Ob das Zubehör eine Verbesserung bedeutet, sollten Nutzer daher selbst ausprobieren. Den Digital-Analog-Wandler konnten wir im Test nicht ausprobieren.


Ein Smartphone auf dem Stand der Technik

A propos Kamera: Auf der Rückseite verbaut LG zwei Linsen. Die Hauptkamera schießt Fotos mit einer Auflösung von 16 Megapixel, die Zweitkamera ermöglicht Weitwinkelaufnahmen mit acht Megapixel. Das ermöglicht schicke Panoramen, aber auch sogenannte Pop-Out-Bilder, in denen beide Ansichten zusammenmontiert werden. Fotoenthusiasten werden sich darüber freuen, dass sie Einstellungen wie den ISO-Wert manuell verändern und die Aufnahmen im RAW-Format speichern können.

Bei der Präsentation auf dem Mobile World Congress redete LG viel über die Always-On-Funktion. Das Display zeigt permanent Information wie die Uhrzeit, das Datum und verpasste Nachrichten an – in einem dezenten Grau, aber immer erkennbar. Diese Anzeige kostet zwar nach Herstellerangaben stündlich 0,8 Prozent der Akkukapazität, dafür müssen Nutzer das stromfressende Display nicht so häufig einschalten. Ein nettes Feature.

Fazit: Es geht auch ohne Bausteine

Das LG G5 ist ein Smartphone auf dem Stand der Technik. Die modulare Bauweise hat beim ersten Test jedoch noch keine signifikanten Vorteile gezeigt. Kameragriffe gibt es auch für andere Smartphones, und wer um die Akkulaufzeit bangt, kann immer noch eine Powerbank mitnehmen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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