Libor-Manipulation: Oberstes US-Gericht lässt Klagen zu

Libor-Manipulation: Oberstes US-Gericht lässt Klagen zu

, aktualisiert 17. Januar 2017, 17:56 Uhr
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Großbanken wie die UBS müssen sich in den USA voraussichtlich auch mit Privatklagen wegen der Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor auseinandersetzen.

Quelle:Handelsblatt Online

Eine Beschwerde mehrerer Institute gegen die Zulassung von Privatklagen hatte keinen Erfolg. Eine Reihe von Investoren wirft den Banken vor, sie hätten während der Finanzkrise den Libor-Zins künstlich niedrig gehalten.

WashingtonGroßbanken wie die Deutsche Bank und die UBS müssen sich in den USA voraussichtlich auch mit Privatklagen wegen der Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor auseinandersetzen. Das oberste Gericht der USA, der Supreme Court, wies am Dienstag eine Beschwerde mehrerer Großbanken gegen die Zulassung der Klagen ab. Zu ihnen gehören auch die Bank of America und JP Morgan.

Eine Reihe von Investoren, darunter die University of California und US-Großstädte wie Baltimore, Houston und Philadelphia, wirft den Banken vor, sie hätten während der Finanzkrise von 2007 bis 2009 den Libor-Zins künstlich niedrig gehalten, um ihre Gewinne nach oben zu treiben oder gesünder auszusehen als sie waren.

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Vom Libor hängen weltweit direkt und indirekt Transaktionen an den Finanzmärkten im Wert von 450 Billionen Dollar ab. Er wird auf Basis der Meldungen von Banken berechnet, was ihn für Absprachen anfällig macht. Eine Reform ist in Arbeit.

Die Behörden haben wegen der Manipulationen bereits Strafen von rund neun Milliarden Dollar verhängt. Allein die Deutsche Bank zahlte vor knapp zwei Jahren 2,5 Milliarden Dollar. Das schützt die Banken aber nicht vor Klagen vermeintlich geschädigter Anleger. Allerdings dürfte es ihnen Experten zufolge schwer fallen, ihren Schaden nachzuweisen. Mehrere Händler haben sich in Prozessen der Manipulationen bereits schuldig bekannt, mehr als 20 wurden bisher verurteilt.

Der Richterspruch des Supreme Court macht auch Anlegern Hoffnung, die wegen angeblicher Absprachen zu anderen Preisen - von US-Staatsanleihen bis zu Rohstoffen - an den Finanzmärkten klagen. In einem Fall, bei dem es um Kreditausfallversicherungen (CDS) ging, hatten sich Kläger 2015 mit zwölf Banken auf einen 1,9 Milliarden Dollar schweren Vergleich geeinigt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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