Aston Martin zeigt nun eines für den Preis eines gut ausgestatten Polos

Carbonrennräder: Warum Aston Martin, Jaguar oder Audi aufs Zweirad setzen

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Aston Martin auf zwei Rädern - ein 5,9 Kilogramm leichtes Rennrad.

Leicht und rar – und sehr teuer. Luxusauto-Hersteller schmücken ihr Programm gerne mit extremen Carbonrädern. Aston Martin zeigt nun eines für den Preis eines gut ausgestatten Polos.

Wer in den vergangenen Jahren die Präsentationen der Hersteller von Sportwagen und Luxuskarossen verfolgt hat, muss den Eindruck gewinnen, sie versuchten die CO2-Bilanz ihrer Flotte durch den Bau von Zweirädern zu verbessern. Anders ist kaum zu erklären, warum ohne Unterlass von Aston Martin über Mercedes bis Jaguar neue Rennräder vorgestellt werden.

Das britische Unternehmen Aston Martin hat bereits vor einigen Jahren in Kooperation mit dem Fahrradhersteller Factor das Rad "One-77" für 25.000 Pfund vorgestellt – inklusive Display für getretene Wattzahl und Herzfrequenz.

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Dagegen mutet das nun vorgestellte Produkt der Kooperation zwischen Aston Martin und dem deutschen Hersteller Storck günstig an. Geblieben ist die 7 – exakt 17.777 Euro haben die beiden Unternehmen als Verkaufspreis vereinbart für jedes der exakt 107 Rädern.

Dafür bekommt der Käufer ein individualisiertes Rennrad aus dem Programm des Herstellers Storck. Gemeinsam mit der Abteilung für Sonderwünsche und Sonderanfertigung – der Bespoke Division Q – ist dann diese Variante in einem Grau entstanden. Der Rahmen selbst bringt 770 Gramm, das ganze Rad am Ende 5,9 Kilogramm Gesamtgewicht mit. Ausgestattet ist es mit einer elektronischen Schaltung und anderen teuren Komponenten.

In den vergangenen Jahren haben sich immer wieder Autohersteller mit Fahrradproduzenten zusammengetan, um extreme Räder zu bauen, die teils auf Grund der Vorgaben der Union Cycliste Internationale (UCI) wegen zu geringen Gewichts nicht an Profiradrennen teilnehmen dürften.

Audi hatte 2015 mit der bayerischen Marke Lightweight ein Rad vorgestellt, dessen Rahmen mit der gleichen Carbonfaser hergestellt wurde wie das Cockpit eines Audi R8 – oder andersrum, je nachdem, welche Perspektive der Nutzer einnimmt.

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Weniger Luftverwirbelung dank besondere Form der Gabel - wie viele Fahrer des Aston-Martin-Rads für 17.777 Euro diesen aerodynamischen Vorteil je nutzen können, steht auf einem anderen Blatt.

In die Materialschlacht griff auch die zur Volkswagen Group gehörende Marke Bugatti. Sie schloss eine Kooperation mit PG. Dem deutschen Unternehmen gelang es, den Anteil an Carbon-Komponenten auf 95 Prozent zu erhöhen. Dafür ist der Carbon-Footprint, wie die CO2-Bilanz eines Produktes auf Englisch heißt, bei der Nutzung des Rades Null. Etwas, dass das Rad dem Bugatti Chiron voraus hat. Seine Energieeffizienzklasse ist G. Und verdankt er unter anderem seinen Verbrauch von 35,2 Liter Superbenzin im Stadtverkehr.

Aber darum geht es weder den Fahrrad- noch Autoherstellern. Imagegewinn dank vermeintlich ähnlich arbeitender Unternehmen – das passiert nicht nur, wenn die Audiosysteme in Autos von exklusiven Marken der Hifi-Branche von Bose, Burmester über Linn und Naim bis Bang & Olufsen verbaut werden. Das gelingt auch, wenn Ideale wie Leichtbau, Sportlichkeit und ein gerüttelt Maß an sinnloser Materialschlacht zu exorbitanten Preisen zusammenpassen. Und da ist das Aston Martin Fascenario 3 nur ein weiteres hübsches Beispiel.

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