Land Rover Experience Tour: Ein Abenteuerurlaub der anderen Art

Land Rover Experience Tour: Ein Abenteuerurlaub der anderen Art

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70 Meter hoch, 45 Grad steil: Die Dünen-Abfahrt kostet Überwindung.

von Sebastian Schaal

Was dem Sportwagenbauer die Rennstrecke ist, ist für Land Rover das Gelände. Um in Zeiten von Großstadt-SUV das Offroad-Image zu pflegen, schicken die Briten ihre Kunden in die Wildnis – und machen auch noch Geld damit.

„Einfach das Lenkrad gerade halten und noch wichtiger: Auf keinen Fall bremsen.“ Die letzten Anweisungen von Instruktor Marvin Verheyden klingen simpel. Angesichts der ungefähr 70 Meter hohen und 45 Grad steilen Sanddüne, die man gleich herunterfahren soll, wirkt das Bremsverbot alles andere als trivial. Ein schnelles „Viel Spaß“ ist das Kommando zur Abfahrt – im wortwörtlichen Sinne.

Will ein Sportwagenbauer sein Image emotional aufladen, engagiert er sich im Motorsport oder schickt seine Kunden bei Fahrertrainings in den eigenen Straßenautos über die Rennstrecke. Um aber den unzähligen SUV-Käufern in der Großstadt ein wenig Abenteuer zu vermitteln, veranstaltet Land Rover alle zwei Jahre die Experience Tour – und schickt Abenteuerlustige in die entlegensten Winkel der Welt.

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Nach Touren durch Jordanien, Namibia, entlang der legendären Seidenstraße oder quer durch den australischen Outback, fuhr der Tross in diesem Jahr quer durch Peru. Von der Wüste mit besagter Düne im Südwesten des Landes nahe Ica, über die Anden und durch den Regenwald bis zur sagenhaften Inka-Festung in Machu Picchu – das war zumindest der Plan.

Über 35.000 Menschen hatten sich beworben, um einen der begehrten Plätze in einem der Cockpits zu erhalten. Nur wenige bekamen die Chance, als Teil des Konvois eine Abenteuerreise der besonderen Art zu erleben. Auf 1800 Kilometer führt die Tour über Straßen, Schotterpisten und Geröll durch eines der abwechslungsreichsten Länder der Erde.

Die Höhenluft fordert Mensch und Maschine

Selbst innerhalb der Wüste rund um Ica, in der auch die legendären Nazca-Linien liegen, wechselt die Landschaft innerhalb weniger Kilometer von steinigen Passagen zu tiefem, ganz feinem Sand bis hin zu Geröllebenen, die ein wenig nach Marslandschaft aussehen. Nicht zufällig erinnern viele der Oberflächen an abgetragene Korallen: Obwohl heute auf 500 Metern Höhe gelegen, war die Gegend früher der Meeresboden eines Urzeit-Ozeans. Immer wieder legt der Wind hier versteinerte Meerestiere frei, die verstärkt Archäologen anlocken. Eines davon ist das gut erhaltene Skelett eines großen Bartenwals, dessen Kiefer und Schädelknochen gut erkennbar neben dem Weg liegt.

Während der neue Land Rover Discovery, der in diesem Jahr als Tour-Fahrzeug dient, im Sand noch seine Fähigkeiten zeigen muss, sind gerade einmal einen Tag später die Fahrer stärker gefordert. Vom Nachtlager direkt am Pazifik klettert der Konvoi innerhalb kürzester Zeit auf über 3200 Meter, am Tag darauf sogar bis auf 4740 Meter. Die scheinbar endlose Aussicht auf ferne Berge und tiefe Täler und deren Farbenpracht – die Felsen erstrahlen wegen unterschiedlichster Mineralien mal rot, schwarz, grün oder sogar violett – können nicht alle Tour-Teilnehmer voll genießen. Die dünne Höhenluft fordert ihren Tribut.

Die Gruppe aus insgesamt 45 Menschen sicher und gesund über die fordernde Strecke zu leiten und dabei noch das gewünschte Abenteuer zu vermitteln, ist eine ambitionierte Aufgabe. Der Mann hinter diesem Projekt ist Dag Rogge aus Wülfrath bei Düsseldorf. Der 52-Jährige leitet die Agentur für Promotion und Service (APS), die weltweit Werbe- und Verkaufsveranstaltungen für die Automobilindustrie organisiert. Darunter auch die Land Rover Experience Tour.

Der Aufwand für solch eine Tour ist enorm: Insgesamt 19 Fahrzeuge müssen für die Reise vorbereitet und umgebaut werden, Ersatzteile und anderes Equipment organisiert, unzählige Hotelzimmer und Flüge gebucht werden. Und natürlich muss erst einmal die Route gefunden werden, die zum einen die Offroad-Fähigkeiten der Autos fordert, aber auch jeden der teils im Gelände unerfahrenen Teilnehmer sicher ans Ziel kommen lässt.

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