Liveblog Deutsche-Bank-Hauptversammlung: Die Wut der Aktionäre

Liveblog Deutsche-Bank-Hauptversammlung: Die Wut der Aktionäre

, aktualisiert 19. Mai 2016, 08:36 Uhr
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Die Deutsche Bank gleicht in den vergangenen Monaten mit Skandalen, Rechtsstreitigkeiten und Personaldebatten einer Dauerbaustelle.

von Michael Maisch, Yasmin Osman und Daniel Schäfer Quelle:Handelsblatt Online

Rekordverlust, nicht enden wollende Rechtsstreitigkeiten und immer wieder Personaldebatten. Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank dürften Aktionäre ihrem Ärger Luft machen. Schon im Vorfeld ist die Stimmung mies.

Frankfurt am MainDer Redebedarf bei den Aktionären der Deutschen Bank dürfte heute groß sein: Ihnen wurde die Dividende für zwei Jahre gestrichen und welche finanziellen Folgen die unüberschaubare Zahl juristischer Altlasten haben, ist auch noch nicht absehbar. Für den Vorstand - und vor allem für den Aufsichtsrat des größten Deutschen Geldhauses dürfte es ein ungemütlicher Tag werden. Das gilt umso mehr, als einige Stimmrechtsberater institutionellen Investoren empfohlen haben, gegen die Entlastung des Aufsichtsrats zu stimmen.

+++ Vor dem Auftakt +++

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Die Hauptversammlung der Deutschen Bank gehört zu jenen Veranstaltungen in der Frankfurter Festhalle (Beginn: 10 Uhr), die traditionell einen hohen Unterhaltungswert bieten. Im vergangenen Jahr straften die Aktionäre den damaligen Co-Vorstandschef Anshu Jain mit einem derart rabenschwarzen Abstimmungsergebnis ab, dass er wenige Wochen später gehen musste. Auch dieses Mal gibt es so viele Streitpunkte, dass sie locker für drei oder vier Aktionärstreffen reichen würden.

„Die Stimmung ist schlecht, vielleicht sogar noch schlechter als im vergangenen Jahr“, prophezeit der prominente Anlegeranwalt Klaus Nieding schon einmal. Er dürfte recht behalten. Denn die Deutsche Bank mag enttäuschen wenn es um Gewinne, Dividenden und Aktienkurse geht, was aber Drama, Streit und Intrigen angeht, liefert Deutschlands mächtigste Bank in der Regel zuverlässig.

Einen Unterschied zum Vorjahr wird es aber wohl doch geben: Damals prasselte die Kritik vor allem auf den Vorstand ein, dieses Mal dürfte der Zorn der Aktionäre vor allem den Aufsichtsrat treffen, allen voran Chefkontrolleur Paul Achleitner, dem die Aktionäre vorwerfen, dass er viel zu lange an Jain und dessen Vision einer globalen Universalbank festgehalten hat und deshalb ein gerüttelt Maß Schuld an der Misere der Bank und dem dramatischen Kurssturz trägt.

Paradoxerweise werden viele Kritiker auf der Hauptversammlung den Chefaufseher dennoch stützen, weil sie fürchten, dass eine neue Führungskrise die ohnehin angeschlagene Bank noch weiter destabilisieren würde. Im Gegensatz zu Achleitner, kann sich Vorstandschef John Cryan auf ein vergleichsweise entspanntes Aktionärstreffen freuen. Die meisten Großinvestoren glauben, dass der Brite der richtige Mann ist, um die Deutsche Bank zu sanieren, ob ihm dieser Job angesichts der Schwierigkeit der Aufgabe allerdings gelingt, kann im Moment wohl keiner wirklich sagen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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