LSE/Deutsche Börse: Londoner trommeln für die Fusion

LSE/Deutsche Börse: Londoner trommeln für die Fusion

, aktualisiert 04. Juli 2016, 13:40 Uhr
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Nach der Brexit-Entscheidung hatten Aufsichtsbehörden und Politiker in Deutschland deutlich gemacht, dass sie die geplante Ansiedlung der fusionierten Mega-Börse in London für nicht akzeptabel halten.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Aktionäre der London Stock Exchange (LSE) stimmen über eine Fusion mit der Deutschen Börse ab, obwohl sich die Eckpunkte des Zusammenschlusses noch einmal deutlich verändern könnten.

London/FrankfurtDie London Stock Exchange (LSE) hat bei einer außerordentlichen Hauptversammlung für den Zusammenschluss mit der Deutschen Börse geworben. Er sei zuversichtlich, dass es für die rund 25 Milliarden Euro schwere Fusion genügend Zustimmung von den Aufsichtsbehörden geben werde, sagte LSE-Aufsichtsratschef Donald Brydon am Montag in London. „Es gibt keinen Grund, heute von etwas anderem auszugehen.“

Nach der Brexit-Entscheidung hatten Aufsichtsbehörden und Politiker in Deutschland deutlich gemacht, dass sie die geplante Ansiedlung der fusionierten Mega-Börse in London für nicht akzeptabel halten. Die Forderung eines Aktionärs, den Zusammenschluss deshalb abzublasen, wies Brydon zurück.

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Es werde noch mindestens zwei Jahre dauern, bis Großbritannien aus der EU austrete, sagte Brydon. Somit gebe es für beide Börsenbetreiber genügend Zeit, die „optimale Struktur“ für den Deal zu finden.

Ein Referendums-Komitee beider Konzerne soll sich in den kommenden Wochen mit möglichen Reaktionen auf den Brexit befassen. Die große Frage ist Insidern zufolge, ob London bereit ist, sich in der Frage des Hauptsitzes zu bewegen - die Deutsche Börse stellt mit Carsten Kengeter schließlich schon den Vorstandschef.

Wenn die britische Politik nach dem Brexit einen Sitz der Mega-Börse in der EU akzeptiere, könne der Deal noch gelingen, sagt eine mit dem Prozess vertraute Person. Sollte Großbritannien dagegen auf einen eigenbestimmten, komplett unabhängigen Kapitalmarkt pochen, werde sie platzen.

Politische Sondierungsgespräche sind derzeit aber schwierig, schließlich steht noch nicht Mal fest, wer die Nachfolge von Premierminister David Cameron antreten wird.

Die LSE-Aktionäre stimmen somit über eine Fusion ab, deren Eckpunkte sich im Anschluss noch einmal deutlich verändern könnten. Ergebnisse der Abstimmung werden am Montagnachmittag erwartet. Experten rechnen mit einer hohen Zustimmungsquote. An der kurzen Veranstaltung in der britischen Hauptstadt nahmen nur rund 50 Aktionäre teil. Große Proteste, wie man sie von den Hauptversammlungen deutscher Finanzkonzerne kennt, gab es nicht. Nur zwei Eigentümer meldeten sich zu Wort. Kleinaktionär Dinesh Jain vertrat die Ansicht, dass die LSE nach dem Brexit keine Verbindung mit einer europäischen Börse eingehen sollte. „Wollen wir uns eine Leiche ans Bein binden?“, fragt er. Es sei unwahrscheinlich, dass Deutschland einer Fusion zustimme, wenn Großbritannien kein EU-Mitglieder mehr sei.

Quelle:  Handelsblatt Online
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