Lufthansa-Tarifstreit: Ein Signal an die Piloten

Lufthansa-Tarifstreit: Ein Signal an die Piloten

, aktualisiert 22. Januar 2016, 12:40 Uhr
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Der Konflikt mit den Piloten ist die letzte offene Tarifbaustelle im Lufthansa-Reich.

von Jens KoenenQuelle:Handelsblatt Online

Im Tarifstreit zwischen den Flugbegleitern und dem Lufthansa-Management ist der Knoten endlich geplatzt. Die Einigung könnte nun auch den Verhandlungen mit den Piloten neuen Schub verleihen. Ein Kommentar.

FrankfurtEndlich wieder eine gute Nachricht für Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Nach dem völlig verpatzten Start des Langstreckenverkehrs der neuen Billigtochter Eurowings scheint in dem seit mehr als zwei Jahren dauernde Tarifstreit mit den Flugbegleitern eine Lösung zum Greifen nah. In wesentlichen Punkten gibt es grundsätzliche Einigkeit, für die Regelung der Feinheiten sollte man bis zum Sommer ausreichend Zeit haben.

Der Kompromiss ist doppelt wichtig. Er verschafft nicht nur den rund 19.000 Kabinenmitarbeitern der Kernmarke Lufthansa Klarheit. Er ist zugleich ein wichtiges Signal auch an die Kollegen vorne im Cockpit. Auch die streiten seit nunmehr drei Jahren über das Thema Altersversorgung. Nach der Fast-Einigung mit UFO und dem Ende des vergangenen Jahres geschlossenen Tarifvertrags mit Verdi für das Bodenpersonal sind die Flugzeugführer die letzte große Tarifbaustelle im Lufthansa-Reich.

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Deshalb aus dem Durchbruch bei UFO einen direkten Druck auf die Verhandlungen der Piloten abzuleiten, wäre dennoch ein Fehler. Die Piloten haben in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie sich um das Tarifgeschehen rund um sie herum herzlich wenig scheren. Sie streiken, auch wenn der Rest der Welt das nicht mehr wirklich versteht. Dennoch gibt es ein paar Faktoren, die dafür sprechen, dass die Übereinkunft zwischen UFO und Management bei den Piloten zumindest wie eine Art kleiner Katalysator wirken könnte.

Zum einen sollte keiner den Flugzeugführern unterstellen, sie würden sich aus purer Lust am Streik querstellen. Auch für die Piloten ist es nicht ohne, seit drei Jahren ohne gültigen Tarifvertrag zu arbeiten. Zwar gilt der alte zunächst weiter. Aber wegen des heftigen Streits um die Altersversorgung wurden in den zurückliegenden Jahren auch keine Gehaltserhöhungen oder Einmal-zahlungen mit dem Management vereinbart. Wie das Kabinenpersonal wollen auch die Piloten endlich Klarheit über die künftige Situation.

Hinzu kommt. Nachdem das Gericht den letzten Streik der Flugzeugführer verboten hat, muss die Pilotengewerkschaft bei den Tarifverhandlungen höllisch aufpassen. Der Richter hatte mit überraschend klaren Worten erklärt, die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit streike auch für nicht tariffähige Themen. Gemeint war der Widerstand gegen die Billigplattform Eurowings. Damit darf es in den Gesprächen mit Lufthansa nur noch um das Kernthema Altersversorgung gehen. Hier keine Einigung erzielen zu können, wäre aber auf Dauer kaum zu begründen.

Der Durchbruch bei UFO ist also keine Garantie, dass es nun auch bei den Piloten bald eine Lösung geben wird. Aber er dürfte zumindest das Interesse der Flugzeugführer steigern, die ewigen Tarifgespräche endlich zu einem Abschluss zu bringen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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