Manager-Studie: Beim Gehalt sind die Digitalen König

Manager-Studie: Beim Gehalt sind die Digitalen König

, aktualisiert 07. September 2016, 10:20 Uhr
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Innerhalb von Unternehmen führen die Top-Manager die Gehaltslisten an, die für den Bereich Digitalisierung verantwortlich sind.

von Catrin BialekQuelle:Handelsblatt Online

Die digitale Transformation stellt Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Top-Manager in dem Bereich sind heiß begehrt – und sind laut einer Studie beim Gehalt die großen Gewinner. Wo am besten bezahlt wird.

Der Kampf um die digitalen Talente ist längst entbrannt. Inzwischen gibt es kaum mehr ein Unternehmen, das sich nicht der digitalen Transformation verschrieben hat. Autohersteller, Finanzdienstleister und Stromkonzerne sind davon ebenso betroffen wie Einzelhändler, Werbeagenturen und Medien.

Der Prozess, der die Arbeitsabläufe auf den Kopf stellt, erfordert ein gehöriges Maß an Know-how. Davon profitieren all jene, die über entsprechende digitale Expertise verfügen. Das Resultat: Ihre Gehälter steigen stetig.

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Innerhalb von Unternehmen führen daher die Top-Manager die Gehaltslisten an, die für den Bereich Digitalisierung verantwortlich sind: Sie verdienen im Schnitt 249.839 Euro, das sind neun Prozent als 2014. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gehaltsstudie der Personalberatung Cribb, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Das letzte Mal hat Cribb diese Daten vor zwei Jahren erhoben.

Auf welche Bereiche wirkt sich die Digitalisierung im Arbeitsalltag aus?

  • Eigenständigkeit in der Arbeit

    47 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sich die Digitalisierung positiv auf das eigenständige Arbeiten auswirkt. 37 Prozent spüren keine Auswirkung, zehn Prozent beklagen negative Einflüsse.

     

    Quelle: Edenred-Ipsos-Barometer 2015, "Wohlbefinden & Motivation der Arbeitnehmer"

  • Zusammenarbeit unter den Teams

    45 Prozent sagen, dass die Digitalisierung die Zusammenarbeit verbessert, 13 Prozent sehen eine Verschlechterung.

  • Lebensqualität bei der Arbeit

    43 Prozent spüren einen positiven Einfluss der Digitalisierung auf ihre Lebensqualität im Job, 36 Prozent merken gar keine Veränderung und 15 Prozent spüren negative Einflüsse auf die Teamarbeit.

  • Qualität der Kundenbeziehungen

    Die Zusammenarbeit mit Kunden verbessert sich laut 42 Prozent der Befragten. Neun Prozent sehen hier eine Verschlechterung.

  • Gestaltungsfreiheit und Innovationsmöglichkeiten

    Eine Verbesserung durch die Digitalisierung erleben 41 Prozent, elf Prozent beklagen negative Einflüsse.

  • Kompetenzen

    43 Prozent sagen, dass die Digitalisierung an den Kompetenzen nichts verändert hat. 40 Prozent sehen einen positiven Einfluss und acht Prozent einen negativen.

  • Arbeitsmotivation

    40 Prozent fühlen sich durch die Digitalisierung bei der Arbeit motivierter, bei elf Prozent sehe es durch die Digitalisierung schlechter aus mit ihrer Motivation. Für 43 Prozent hat sich durch die Digitalisierung nichts an ihrer Motivation verändert.

  • Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben

    Dank der Digitalisierung können 34 Prozent der Befragten berufliches und privates leichter vereinen. Bei 16 Prozent ist es dagegen schwieriger geworden, beides unter einen Hut zu bekommen. 42 Prozent spüren keine Veränderung.

  • Führungskräfteverhalten

    Bessere Chefs dank Digitalisierung? Keine Veränderung bemerkten 42 Prozent. Einen positiven Einfluss glauben 28 Prozent bei ihren Vorgesetzten bemerkt zu haben, eine Verschlechterung beklagten 28 Prozent.

Erneut zeigt sich: Digital is king. Sogar das General Management verdient mit durchschnittlich 210.858 Euro laut Studie weniger als die Digitalhäuptlinge. Die Schlusslichter in der Einkommenshierarchie sind laut Cribb die Geschäftsführer und Vorstände, die die Bereiche Marketing und Produktmanagement verantworten. Deren Jahreseinkommen liegt im Schnitt bei 155.148 Euro respektive 138.567 Euro.

Die Personalberatung hat im Frühjahr und Sommer 2016 gut 400 Geschäftsführer und Vorstände nach ihren Gehältern und Gehaltszulagen befragt. In der Umfrage zeigt sich: Jeder zweite Befragte erhält einen Dienstwagen, jeder Fünfte Beteiligungen und Aktienoptionen, und jeder Dritte eine betriebliche Altersvorsorge. Jeder Vierte erhält hingegen gar keine Zusatzleistungen.

„Der Transfer von Führungskräften aus der Digitalwirtschaft in klassische Unternehmen ist seit einigen Jahren ein sehr nachgefragtes Thema. Damit dies den gewünschten Erfolg hat, müssen allerdings die Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Dwight Cribb, Geschäftsführer der gleichnamigen Personalberatung. In der Studie hat er die Gründe zusammengetragen, die einen Wechsel von der boomenden Digitalwirtschaft in klassische, weniger dynamische Branchen behindern, dazu zählen vor allem „zu viel politische oder organisatorische Bürokratie“, „zu lange Entscheidungswege“ und „weniger unternehmerischer Einfluss“. Einmal digital, immer digital?

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