Mannheimer Leben: Auffanggesellschaft gibt letzte Policen ab

Mannheimer Leben: Auffanggesellschaft gibt letzte Policen ab

, aktualisiert 05. April 2017, 14:24 Uhr
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Zum Auffangen der Mannheimer-Leben-Verträge sprangen mehr als 100 deutsche Lebensversicherer ein.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach weit über einem Jahrzehnt wird die erste konzertierte Rettungsaktion in der deutschen Lebensversichererbranche abgeschlossen. Die restlichen Verträge der Mannheimer Leben gehen bald an Viridium.

FrankfurtDie deutschen Lebensversicherer können die erste konzertierte Rettungsaktion in der Branche nach 15 Jahren zu den Akten legen. Die restlichen rund 100.000 Verträge der ehemaligen Mannheimer Leben sollen bis Mitte des Jahres an die Abwicklungsgesellschaft Viridium (ehemals Heidelberger Leben) abgegeben werden, wie die Auffanggesellschaft Protektor am Mittwoch mitteilte. Die Bonner Finanzaufsicht BaFin habe die im vergangenen Jahr beschlossene Übertragung des Bestandes genehmigt.

Protektor war 2002 gegründet werden, nachdem die Mannheimer Leben in Schieflage geraten war. 103 Lebensversicherer hatten rund 240 Millionen Euro Kapital eingezahlt, damit Protektor die damals 345.000 Mannheimer-Verträge – überwiegend mit langfristigen Garantien – übernehmen konnte. Es war das erste Mal, dass ein deutscher Lebensversicherer mit vereinten Kräften aufgefangen werden musste.

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Der Branchenverband GDV zog eine positive Bilanz. „Das ist ein großer Gewinn in Sachen Reputation und Gewährleistung von Kundenvertrauen“, sagte ein Sprecher. Auch finanziell seien die Versicherer glimpflich davongekommen. Ein großer Teil der eingesetzten Finanzmittel seien an die Branche zurückgeflossen. Protektor hatte das Kapital mit dem Abschmelzen des Bestandes sukzessive zurückgegeben. Zum Preis, den Viridium für den Rest bezahlt, sei Stillschweigen vereinbart worden.

Hinter Viridium stehen der britische Finanzinvestor Cinven und die Hannover Rück. Die Gesellschaft ist einer von mehreren Anbietern, die Lebensversicherungs-Bestände abwickeln, für die das Neugeschäft eingestellt wurde. Sie setzen dabei auf Effizienz und Größenvorteile. Der Protektor-Bestand ist die dritte Übernahme für Viridium nach Heidelberger Leben (ehemals MLP Leben) und Skandia Deutschland. Sie wickelt damit etwas mehr als eine Million Verträge mit einem Vermögen von 14,6 Milliarden Euro ab. Die 60 Mitarbeiter, die bisher in Mannheim für Protektor tätig waren, sollen übernommen werden. Protektor bleibt als Auffanggesellschaft für eventuelle künftige Notfälle erhalten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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