Mark Carney: Britischer Notenbankchef fordert Einigung mit EU über Bankenregeln

Mark Carney: Britischer Notenbankchef fordert Einigung mit EU über Bankenregeln

, aktualisiert 07. April 2017, 14:33 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Der britische Notenbankchef Mark Carney fordert eine gegenseitige Anerkennung der Bankenvorschriften zwischen Großbritannien und der EU nach dem Brexit. Das weltweite Finanzsystem sei an einer wichtigen Weggabelung.

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„Der Ausgang der Brexit-Verhandlungen wird ein Lackmustest für eine verantwortungsbewusste Globalisierung im Finanzsektor.“

LondonGroßbritannien und die EU sollten nach Worten des britischen Notenbankchefs Mark Carney nach dem Brexit ihre Bankvorschriften gegenseitig anerkennen. Dies sei wichtig, um einen Dämpfer für die gesamte Finanzbranche in Europa zu vermeiden, sagte Carney am Freitag in einer Rede im Londoner Büro der Nachrichtenagentur Reuters. "Der Ausgang der Brexit-Verhandlungen wird ein Lackmustest für eine verantwortungsbewusste Globalisierung im Finanzsektor." Das weltweite Finanzsystem sei an einer wichtigen Weggabelung. Regierungen müssten entscheiden, ob sie hohe Regulierungsstandards beibehalten und wechselseitig Vorschriften respektieren wollen oder ob sie ihren Blick nach innen richten - mit hohen Kosten für den globalen Handel.

Großbritannien hatte jüngst nach dem Brexit-Votum vor gut neuen Monaten offiziell bei der EU die Scheidung eingereicht. Regierungschefin Theresa May hatte betont, es sei wichtig, ein Handelsabkommen mit der EU zu erzielen, das Finanzdienstleistungen als entscheidenden Sektor einschließe. Carney betonte, es gehe nicht um einen eigenständigen Brexit-Deal für die Finanzindustrie. Dies solle vielmehr Teil der gesamten Verhandlungen sein. "Die Regierung hat sich hierzu klar geäußert, und wir unterstützen sie voll und ganz dabei."

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Carney sagte, Zentralbank und Geschäftsbanken müssten sich für einen harten Brexit wappnen. Deshalb sollten alle von Großbritannien aus grenzüberschreitend operierenden Finanzfirmen der Bank von England bis zum 14. Juli erläutern, wie sie mit so einer solchen Situation umgehen wollen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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