Mark Mobius : Ein Guru tritt kürzer

Mark Mobius : Ein Guru tritt kürzer

, aktualisiert 31. März 2016, 14:56 Uhr
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Der Star-Investor ist bei Templeton bald nicht mehr für die Schwellenländer-Investments verantwortlich.

von Ingo NaratQuelle:Handelsblatt Online

Ein legendärer Fondsmanager zollt dem Alter Tribut. Der 79-jährige Schwellenbörsen-Experte Mark Mobius von Franklin Templeton gibt den Posten des Chefstrategen ab. Doch seine Fonds betreut er weiter.

Indiana Jones der Emerging Markets. Diesen Spitznamen hat er weg. Es geht um Mark Mobius. Seit 1987 leitet er das Emerging-Markets-Team beim großen US-Vermögensverwalter Franklin Templeton. Rund 26 Milliarden Dollar betreut er mit einer Gruppe von 50 Fachleuten.

Doch Mitte April wird er den Job als Chefstrategen an den 55-jährigen Stephen Dover abgeben. Die Fonds betreut er allerdings weiter. Das soll ein wenig Entlastung bieten. Mobius, der einen Großteil seiner Zeit im Flugzeug verbringt, rund um die Welt jettet und überall Firmen in Augenschein nimmt, will es jetzt etwas ruhiger angehen lassen.

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Die Nachricht von seinem Teil-Rückzug macht Schlagzeilen. Schließlich ist er ein Pionier für die Anlage in den aufstrebenden Ländern. Es gibt einigen Rummel um einen kleinen Mann, der gerade einmal 1,60 Meter misst, einen Faible für helle und farbenfrohe Kleidung hat, von dem Franklin Templeton bereits USB-Sticks mit seinem Konterfei verteilte, von dem es bereits Comics mit ihm als Superhelden gab.

Mobius ist der geborene Optimist. Das ist nach einigen schlechten Jahren an den aufstrebenden Börsen, dem Crash in China im vergangenen Jahr und dem Absturz der Rohstoffpreise auch nötig. Zu Beginn der 90er Jahre war er sogar noch offensiver als heute. Damals angesprochen, wie viel seines Geldes denn ein Privatmann in den Emerging Markets anlegen sollte, antwortete er: „100 Prozent.“ Das würde er heute nicht mehr sagen.

Zuletzt brauchte er starke Nerven. Mobius ist bekannt für seine Auswahl von Einzelaktien. Doch auf dem Feld lag er in der jüngeren Vergangenheit schlecht. Sein Flaggschifffonds „Templeton Asia Growth Fund“ war im vergangenen Jahr unter den Konkurrenzprodukten eines der schlechtesten. Für den legendären Manager brach eine neue Zeit an, denn in früheren Jahren lag er oft vor den Wettbewerbern.


Wurzel in Halle an der Saale

Aber, so sagt Mobius, an den leidgeprüften Börsen ist eine Wende in Sicht. Er setzt jetzt beispielsweise auf Brasilien, Russland und Vietnam. Die positivere Sicht versucht er den Investoren zu vermitteln. Dazu will er die zeitliche Entlastung durch die Abgabe des Chefstrategen-Postens nutzen.

Es ist eine große Aufgabe, denn die Investoren halten nach ihren negativen Erfahrungen nur geringe Kapitalbestände an den aufstrebenden Börsen. Das haben die jüngsten Umfragen unter Großanlegern bestätigt. Immerhin gibt es einen Lichtblick: Nach den Umfragen von Bank of America Merrill Lynch bauten die Großinvestoren ihre Untergewichtungen an den Schwellenbörsen im Februar und März ab.

Mobius war seine Karriere als Globetrotter in den Schwellenländern höchstens ansatzweise in die Wiege gelegt. Sei Vater stammt aus Halle an der Saale, ist in den 30er Jahren in die USA ausgewandert, hat dort eine Puertoricanerin geehelicht. Über das Massachusetts Institute of Technology fand er den Weg nach Asien, zuerst als Konsumforscher im Auftrag von Firmen. Dann entdeckte ihn John Templeton, der legendäre Gründer der gleichnamigen Fondsgesellschaft und holte ihn in seinen Konzern.

Quelle:  Handelsblatt Online
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