Marktreaktionen auf EU-Referendum: Dax-Absturz am Freitagmorgen erwartet

Marktreaktionen auf EU-Referendum: Dax-Absturz am Freitagmorgen erwartet

, aktualisiert 24. Juni 2016, 03:30 Uhr
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Die Kunden von Kabu.com halten sich mit großen Wetten noch zurück, wie ein Broker sagt. Der Ausgang des Referendums in Großbritannien sei zu unsicher.

von Martin KöllingQuelle:Handelsblatt Online

Die Marktschwankungen im Devisenhandel und auf außerbörslichen Plattformen sind in der Nacht auf Freitag immens. Der Dax wurde zeitweise mehr als 500 Punkte im Minus erwartet.

TokioDie britische Währung reagierte mit einem drastischen Fall von 1.48 auf 1.40 US-Dollar auf die Meldung, dass die Befürworter eines Austritts aus der EU in der noch andauernden Auszählung derzeit vorne liegen - der Handel bleibt von großer Volatilität geprägt.

Gelassenheit – zumindest vorerst – herrschte an der australischen Börse, nach Neuseeland der erste große Aktienmarkt, der nach der Schließung der britischen Abstimmungslokale mit dem Handel begann. Der ASX200-Index der 200 größten Firmen kletterte kurz nach Handelsbeginn am Freitag 10 Uhr (Ortszeit) um 34 Punkte oder 0.6 Prozent an, als rund zwei Prozent der Stimmen gezählt waren. Sowohl Rohstoff- als auch Industriewerte profitierten. Analysten interpretierten dies als Zeichen für „den anhaltenden Appetit der Anleger für Risiko“, trotz der ersten Abstimmungsergebnisse. Die Meldung, 51.5 der gezählten Stimmen seien für Brexit, kurbelte kurze Zeit später aber die Nervosität unter den Anlegern an.

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Bei der australischen Regierung zeigt man sich vorerst gelassen. Wie der australische Regierungsminister und Ökonom Angus Taylor in einem Exklusivgespräch mit Handelsblatt meinte, hänge das Schicksal Großbritanniens nicht zuletzt davon ab, wie die Menschen in der Hauptstadt gewählt haben. „Ich gehe davon aus, dass sich das bevölkerungsstarke London klar und deutlich für ein Verbleiben entschieden hat“, so der Minister. Die australische Regierung rechnet mit schwerwiegenden Folgen auch für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Canberra und London, sollte Großbritannien die EU verlassen.

9 Uhr morgens bei Japans größtem Online-Broker Kabu.com: Ein Fernsehteam nimmt die ersten Reaktionen auf, und die sind positiv. Der Nikkei-Aktienpreisdurchschnitt steigt kurz nach Börsenstart um mehr als 100 Yen, wohl wegen der ersten Umfragen, die die Brexit-Gegner vorne sahen.

Doch kurze Zeit später ging es schon wieder runter, weil die Auszählung in immer mehr Wahlkreisen die Brexit-Fraktion in Front sieht. Um 9.17 Uhr lag er mit 16335,94 Yen noch um 97,59 höher als am Donnerstag.

Je größer der Vorsprung des Brexit-Lagers in der Auszählung der Wahlkreise wird, desto größer die Nervosität in Japan. Nachdem die Börse Tokio mit klären Kursgewinnen gestartet war, drehte der Nikkei kurz vor 10 Uhr Ortszeit drastisch ins Minus. Der Yen stieg ebenfalls deutlich.

Der Devisenmarkt zeigt, wie nervös die Märkte sind. Nach den ersten Umfragn sackte der Yen gegenüber US-Dollar und Euro noch um mehr als zwei Prozent ab. Doch nachdem der Wahlkreis Sunderland sich klar für einen Brexit ausgesprochen hatte, ging es in die andere Richtung. Kurz nach neun wurden die Währungen fast wieder auf Vortagsniveau gehandelt.

Die großen Kursausschläge sind ein Zeichen für die Unsicherheit im Markt. Japans Börse winkt ein volatiler Vormittag. Wenn die Brexit-Gegner siegen sollten, winkt ein schwächerer Yen und ein Höhenflug der Aktienkurse. Siegt das Brexit-Lager, dürfte der Yen in Höhe schnellen und die Aktien abstürzen. Denn in unsicheren Zeiten flüchten die Anleger in den Yen, da Japan noch immer als sicherer Hafen gilt.

Ein Broker von Kabu.com sagt, dass sich die Kunden, meist Kleinanleger, offenbar noch mit großen Wetten zurückhalten, da der Ausgang des Rennens noch so unsicher ist.

Quelle:  Handelsblatt Online
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