Marode Infrastruktur: Trittin will Lkw-Maut auf einige Landstraßen ausweiten

09. September 2013, aktualisiert 09. September 2013, 07:02 Uhr
Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin will die Energiewende in den Mittelpunkt des Wahlkampfes seiner Partei stellen. Quelle: dpaBild vergrößern
Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin will die Energiewende in den Mittelpunkt des Wahlkampfes seiner Partei stellen. Quelle: dpa
Quelle: Handelsblatt Online

Wenn Lkw-Fahrer über Bundesstraßen brettern und die Autobahn meiden, sparen sie die Maut – und belasten das ohnehin schon marode Straßennetz. Grünen-Spitzenkandidat Trittin will daher die Lkw-Maut am liebsten ausweiten.

DüsseldorfJürgen Trittin, Spitzenkandidat und Fraktionschef der Grünen, fordert eine Ausweitung der Lkw-Maut auf solche Bundesstraßen, die Lkw-Fahrer nutzen, um die Autobahnmaut zu vermeiden. „Ich bin für Kostenwahrheit und das Verursacherprinzip“, sagte der Politiker im Interview mit dem Handelsblatt. „Und den meisten Schaden verursachen nun einmal Lkw.“ Trittin wies Überlegungen über eine satellitengestütze Maut für Pkw zurück und stellte sich damit gegen Baden-Württembergs grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Anzeige

„Ich verstehe, dass Baden-Württemberg wegen Stuttgart 21 dringend nach Geldeinnahmen sucht. Aber Pkw sind nicht für die Schlaglöcher verantwortlich. Zudem wäre eine kilometergenaue Pkw-Abrechnung nötig – dagegen wäre die Überwachung durch die NSA harmlos.“


Trittin kündigte außerdem an, bis zur Bundestagwahl am 22. September die Energiewende als neuen Kampagnen-Schwerpunkt in den Mittelpunkt des Wahlkampfes seiner Partei zu stellen. „Wir werden das thematisieren, was Merkel und Steinbrück offen lassen: wie die Energiewende gelingt.“ Die Mitglieder von Bündnis 90/Dir Grünen haben nach Angaben Trittins das Thema bei ihrem Entscheid über die wichtigsten Wahlkampfthemen klar auf Platz eins gewählt.

In diesem Zusammenhang griff er die Monopolkommission der Bundesregierung scharf an, die Energieversorgern Anteile für erneuerbare Energie vorgeben will, egal woher sie die beziehen. „Die Monopolkommission sichert Monopole, die sie eigentlich verhindern soll. Sie will, wie die FDP, die Stromerzeugung wieder in die Händler der vier großen Anbieter Eon, RWE, EnBW und Vattenfall zurücklegen“, sagte Trittin dem Handelsblatt. „Das ist Energiepolitik von anno dunnemals.“

Anzeige

Mehr zum Thema

Twitter

Facebook

Google+