Maßnahmen gegen Bank-Run: Banken-Moratorium soll alle Verbindlichkeiten umfassen

Maßnahmen gegen Bank-Run: Banken-Moratorium soll alle Verbindlichkeiten umfassen

, aktualisiert 14. November 2017, 12:45 Uhr
Bild vergrößern

Die Chefin der europäischen Abwicklungsbehörde für Banken, will den Gläubigerzugriff auf in Schieflage geratene Banken verhindern.

Quelle:Handelsblatt Online

Um im Krisenfall einen Banken-Run zu verhindern, sollten Regulierern zufolge Behörden die Möglichkeit haben, alle Verbindlichkeiten eines Instituts einzufrieren. Ein solches Moratorium hätte weitreichende Kompetenzen.

FrankfurtDie Behörden sollten Regulieren zufolge zur Verhinderung eines Banken-Ansturms im Krisenfall nicht nur Guthaben einfrieren können, sondern möglichst alle Verbindlichkeiten eines Instituts. „Es hat große Vorteile, wenn ein solches Werkzeug alle Verbindlichkeiten umfasst“, sagte die Chefin der europäischen Abwicklungsbehörde für Banken, Elke König, am Dienstag auf der „Euro Finance Week“ in Frankfurt. Wäre es möglich nicht nur Einlagen, sondern beispielsweise auch Anleihen dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen, wäre es ihrer Ansicht nach einfacher, eine notleidende Bank zu retten oder abzuwickeln.

König will, dass die Behörden in Schieflage geratene Banken für „zwei bis sieben Tage, idealerweise wahrscheinlich fünf Tage“ vor dem Zugriff ihrer Gläubiger schützen können. In dieser Zeit könnten Aufseher und Abwickler dann beispielsweise die Aufspaltung des Instituts in einen überlebensfähigen Teil und eine „Bad Bank“ in die Wege leiten oder den Notverkauf an eine andere Bank einleiten, ohne dass wegen der Krise des Geldhauses permanent Geld abgezogen wird.

Anzeige

Schützenhilfe bekam König von der stellvertretenden Chefin der europäischen Bankenaufsicht, EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger, und dem Leiter der Bankenregulierungs-Behörde EBA, Andrea Enria. Lautenschläger sagte auf der Konferenz, sie sei auf jeden Fall für ein solches Instrument. Die Phase, in der Guthaben eingefroren werden können „sollte aber sicherlich nicht zu lange dauern“.

Der bisherige Plan der EU-Staaten sieht vor, Kontoauszahlungen für fünf Arbeitstage zu sperren und „unter außergewöhnlichen Umständen“ die Sperre auf bis zu 20 Tage zu verlängern. Diese Maßnahme soll im Notfall Banken retten, die ausfallen oder vom Ausfall bedroht sind. Kritiker sagen jedoch, dass sich genau dies als Bumerang für das Kundenvertrauen erweisen könnte. Schon beim ersten Gerücht, dass es einer Bank nicht gut geht, würden Kunden hastig Geld abziehen und die Krise beschleunigen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%