May bekräftigt Standpunkt: Keine Einigung mit der EU „um jeden Preis“

May bekräftigt Standpunkt: Keine Einigung mit der EU „um jeden Preis“

, aktualisiert 30. Mai 2017, 17:52 Uhr
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Prime Minister Theresa May answers questions from the studio audience during a joint Channel 4 and Sky News general election programme recorded at Sky studios in Osterley, west London, May 29, 2017. REUTERS/Stefan Rousseau/Pool

Quelle:Handelsblatt Online

Starker Führungsstil bei den Tories, soziale Gerechtigkeit bei Labour: Vor der Wahl in Großbritannien haben sich Premierministerin May und Labour-Chef Corbyn im Fernsehen positioniert – aber nur nacheinander.

LondonDie britische Premierministerin Theresa May hält an ihrem harten Brexit-Kurs fest. Mit ihr werde es beim Austritt aus der EU keine Einigung „um jeden Preis“ geben, sagte May in einer von Channel 4 und Sky News gemeinsam ausgestrahlten TV-Sendung zur Parlamentswahl am 8. Juni. Besser keinen Deal als einen schlechten, sagte sie.

Wie das Verhältnis zur Europäischen Union aussehen könnte, falls es zu einem ungeregelten Brexit kommen sollte, sagte die Premierministerin nicht. Nur sie – und nicht Corbyn – sei dafür geeignet, Großbritannien aus der EU zu führen. Kritik aus dem Publikum bekam May für geplante Einschnitte bei Sozialleistungen.

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Labour-Chef Jeremy Corbyn setzte in der Sendung auf innenpolitische Themen wie Investitionen in Bildung, Gesundheit und Polizei. Nach dem Anschlag in Manchester mit 22 Toten vor gut einer Woche forderte er einen außenpolitischen Wandel: „Wir brauchen eine Außenpolitik weltweit, die es nicht zulässt, dass es große Gebiete ohne effektive Regierung gibt – wie etwa gegenwärtig in Libyen - die zu einem Nährboden für riesige Gefahren für uns alle werden können.“

Kritik erhielt der Alt-Linke für seine schwache Führung der Partei. Zuschauer warfen ihm auch fehlende Distanz zur Terrorgruppe Irisch-Republikanische Armee (IRA) und zur radikal-islamischen Hamas vor.

In der Sendung am Montagabend gab es kein TV-Duell. Die Parteichefs beantworteten hintereinander Fragen des Publikums und des Moderators. Die separaten Interviews waren ein Kompromiss, nachdem May es abgelehnt hatte, an einer Fernsehdebatte teilzunehmen. Daraufhin kündigte Corbyn an, ohne May ebenfalls nicht antreten zu wollen.

Mit der vorgezogenen Neuwahl will sich May mehr Rückendeckung für die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen verschaffen. Im April lagen die Konservativen teilweise über 20 Prozent vor Labour. Zwischenzeitlich schmolz der Abstand auf bis zu fünf Prozent zusammen. Derzeit liegen die Tories - je nach Umfrage - nur noch zwischen 6 und 14 Prozent vor Labour. Die Befragungen waren vor der Sendung durchgeführt worden.

Grund für die schlechten Umfragewerte der Konservativen dürften unter anderem angekündigte Einsparungen bei den Sozialleistungen sein, die vor allem viele Ältere treffen. So soll eine Heizzulage nicht mehr allen Rentnern gewährt werden. Streit gab es auch um Pflegekosten. Traditionelle Labour-Wähler halten Corbyn vor, sich nicht stark genug gegen die Scheidung von der EU gestemmt zu haben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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