Medienmacher: Kartellamt startet Marktbefragung zur No Single Buyer Rule

Medienmacher: Kartellamt startet Marktbefragung zur No Single Buyer Rule

, aktualisiert 11. März 2016, 15:50 Uhr
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Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

von Kai-Hinrich RennerQuelle:Handelsblatt Online

Nach der Umfrage könnte die Neuausschreibung der Bundesligarechte beginnen. Außerdem: „Hamburger Morgenpost“ und sächsische „Morgenpost“ kabbeln sich um Namensrechte. Und Arvato Systems bekommt einen neuen Chef.

HamburgNoch immer hat das Bundeskartellamt der Deutschen Fußball Liga (DFL) kein grünes Licht für den Start der Neuausschreibung der Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga gegeben. Wie berichtet, wollten die Wettbewerbshüter ursprünglich bis Ende 2015 über die Konditionen der Neuausschreibung entschieden haben. Zuletzt hieß es, die Behörde werde spätestens Mitte Februar eine Entscheidung fällen. Geschehen ist nichts. Doch nun scheint es Licht am Ende des Tunnels zu geben. Noch diesen Monat, heißt es bei Verfahrensbeteiligten, könnte eine Entscheidung vorliegen.

Neben einem Personalengpass im Amt dürfte ein Grund für die Verzögerungen die Einführung der sogenannten No Single Buyer Rule sein. Sie soll gewährleisten, dass nicht – wie bisher – nur ein Anbieter die Live-Spiele der Liga im Bezahlfernsehen zeigen darf. In anderen Ländern wie etwa England gibt es diese Regel bereits. In Deutschland überträgt bisher allein der Pay-TV-Anbieter Sky die Partien der Bundesliga im Bezahlfernsehen.

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Das wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ab der Saison 2017/18 ändern. Dann werden außer Sky auch andere Anbieter zum Zuge kommen. Da aber die unter anderem von Karl-Heinz Rummenigge, dem Präsidenten des FC Bayern München, gewünschte Einführung der No Single Buyer Rule eine sehr weitreichende Änderung der Ausschreibungsmodalitäten ist, will das Amt auf Nummer sicher gehen: Derzeit läuft eine Befragung unter potenziellen Bietern über die geplante Neuausschreibung.

Sollte nicht wider Erwarten ein Proteststurm gegen die Einführung der neuen Regel losbrechen, wird die DFL wohl endlich bekannt geben können, um welche Rechtepakete sich die Interessenten bewerben können. Dem Vernehmen nach werden es – abgesehen vom Hauptpaket, das wieder an Sky gehen dürfte – recht kleine Pakete mit einer sehr überschaubaren Anzahl von Spielen sein. Ein Sprecher des Kartellamts wollte sich unter Verweis auf die laufende Prüfung zu dem Verfahren nicht äußern.

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Seit Anfang des Monats hat Mopo.de, der Onlineauftritt der „Hamburger Morgenpost“, ein neues Logo. Die Endung „.de“ ist nicht mehr Teil des Logos. Stattdessen steht nun unter dem Schriftzug „Mopo“ der Name der „Hamburger Morgenpost“. In Verlagskreisen heißt es, die Veränderungen am Logo stünden im Zusammenhang mit einem Streit bei dem es um Namensrechte gehe zwischen der DuMont Mediengruppe, in der die „Hamburger Morgenpost“ erscheint, und Gruner+Jahr. Das Zeitschriftenhaus vom Hamburger Baumwall gibt auch die sächsische „Morgenpost“ heraus, die das Portal Mopo24 betreibt. Ein solcher Zusammenhang wird von einer DuMont-Sprecherin jedoch dementiert.


Außergerichtliche Einigung

Eine Auseinandersetzung um Titelrechte gibt es aber dennoch: Sein Haus bemühe sich derzeit zusammen mit DuMont um eine „Abgrenzung der Namensrechte“ sagt Carsten Dietmann, Geschäftsführer der Dresdner G+J-Tochter DD+V Mediengruppe, in der die sächsische „Morgenpost“ erscheint. Dabei gehe es um „Probleme, die sich aus der Internetnutzung der Titel ergeben“, insbesondere um die Reihenfolge, in der Meldungen der Portale Mopo.de und Mopo24 „bei der Google-Suche“ angezeigt werden. Die Gespräche beider Verlagshäuser verfolgten das Ziel, „eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen“.

„Hamburger Morgenpost“ und sächsische „Morgenpost“ haben eine gemeinsame Geschichte. Bis 1999 gehörte auch die „Hamburger Morgenpost“ Gruner + Jahr. Kurz nach der Wende wurde die sächsische „Morgenpost“, damals zunächst nur als „Dresdner Morgenpost“, gewissermaßen als Pendant zum Hamburger Boulevardblatt gegründet. Bis zum heutigen Tage haben nicht nur die Logos der Online-Portale beider Blätter starke Ähnlichkeit, sondern auch die ihrer gedruckten Ausgaben.

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Fernando Carro, seit Mitte vergangenen Jahres Vorstandschef von Bertelsmanns Dienstleistungstochter Arvato, hat seine erste wegweisende Personalentscheidung im neuen Job getroffen. An die Spitze des Arvato-IT-Ablegers Arvato Systems hat Carro zum 1. April Matthias Moeller berufen, der bisher CEO der Leipziger Arvato-Systems-Tochter Arvato Systems Perdata ist. Moeller folgt auf Matthias Mierisch, der nach 28 Jahren bei Bertelsmann den Medienkonzern verlassen wird. Zudem erweitert die Arvato Systems ihr Kundenportfolio. Sie ist nun auch verantwortlich für den Business Support der Bertelsmann IT.

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Quelle:  Handelsblatt Online
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