Mehr Wetterforschung an den Polen: Klimaforscher rüsten auf

Mehr Wetterforschung an den Polen: Klimaforscher rüsten auf

, aktualisiert 15. Mai 2017, 12:36 Uhr
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Wissenschaftler bereiten den Start eines Wetterballons an der arktischen AWIPEV-Forschungsbasis auf Spitzbergen vor. Mehr Wetterballons und -bojen in der Arktis und Antarktis sollen den rapiden Klimawandel dokumentieren und die Wettervorhersage verbessern.

Quelle:Handelsblatt Online

Klimaforscher aus aller Welt verbünden sich. Sie wollen das Wetter in den Polarregionen genauer erfassen und so die Auswirkungen des Klimawandels besser verstehen. Denn Arktis und Antarktis haben massive Probleme.

GenfMehr Wetterballons und -bojen in der Arktis und Antarktis sollen den rapiden Klimawandel in den Polarregionen dokumentieren und die dortige Wettervorhersage verbessern. Unter Federführung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven starten im Sommer mehr als 50 Institute und Wetterstationen aus über 20 Ländern ein zweijähriges Kooperationsprogramm, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Montag in Genf mitteilte.

Durch den Klimawandel steige die Temperatur in den Polarregionen doppelt so schnell wie anderswo, sagte Projektleiter Thomas Jung vom AWI. Mit der Geschwindigkeit der Umweltveränderungen seien die Grenzen der bisherigen wissenschaftlichen Kenntnisse erreicht.

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Arktis und Antarktis haben massive Probleme: Die von Meereis bedeckten Flächen waren im Januar so klein wie nie zuvor in diesem Monat seit Beginn der Messungen 1979. In der Arktis lag die durchschnittliche Ausbreitung der Meereisdecke um rund 9 Prozent unter dem Durchschnitt von 1981 bis 2010, in der Antarktis sogar rund 23 Prozent.

Mit der Eisschmelze wachsen die Aktivitäten in den Polarregionen, sei es Tourismus, neue Schifffahrtsrouten oder die Ausbeutung der Rohstoffe. Das berge Risiken, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas: „Weniger Eis heißt nicht weniger Gefahr.“

Eine Ölpest wäre katastrophal

Eine Ölpest durch ein havariertes Schiff etwa wäre gerade in diesen Regionen eine besonders schlimme Katastrophe. „Akkurate Angaben über Wetter und Eis werden immer wichtiger, um die Sicherheit in den Polarregionen und darüber hinaus zu gewährleisten“, so Taalas.

Dass Wissenschaftler mit besseren Wettermodellen der Ausbeutung von bislang fast unzugänglichen Regionen Vorschub leisten, glaubt Jung nicht. „Wir sind der Meinung, dass wir damit nicht mehr Aktivitäten generieren.“ Vielmehr könnten die Risiken für diejenigen gemindert werden, die dort ohnehin inzwischen unterwegs seien.

Auch die dort ansässige Bevölkerung profitiere, weil sie sich nicht mehr auf über Generationen angesammelte Erfahrungswerte verlassen könne. „Wie fest und standfest ist das Eis? Das traditionelle Wissen haut da nicht mehr hin“, sagte Jung. Zudem habe etwa die Arktis auch Einfluss auf das Wettergeschehen in unseren Breiten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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