Millionengewinn: Kunden bleiben der HSH Nordbank treu

Millionengewinn: Kunden bleiben der HSH Nordbank treu

, aktualisiert 16. Juni 2017, 13:30 Uhr
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Der Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank ist zuversichtlich, dass eine gesamthafte, tragfähige Privatisierungslösung gelingt.

von Frank Matthias DrostQuelle:Handelsblatt Online

Die zum Verkauf stehende HSH Nordbank macht Werbung in eigener Sache. Vorstandschef Stefan Ermisch legt gute Zahlen für das erste Quartal vor: Das Neugeschäft wächst um ein Viertel, der Gewinn steigt.

BerlinDie Privatisierung der HSH Nordbank ist alles andere als ein Selbstläufer. Schließlich muss für die gesunde Kernbank und die defizitäre Abbaubank unterm Strich ein positiver Verkaufspreis bis Februar 2018 herauskommen, so die Auflage der EU-Kommission. Ansonsten wird sie abgewickelt. In dieser schwierigen Gemengelage ist es der Bank gelungen, das Neugeschäft im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu steigern. Von einem „unverändert hohen Zuspruch unserer Kunden“ spricht die Bank.

In den ersten drei Monaten wies die Bank einen Konzerngewinn vor Steuern von 128 Millionen Euro aus, noch im Vorjahreszeitraum schlug ein Verlust von 36 Millionen Euro zu Buche. Dabei konnte die Kernbank ihren Vorsteuergewinn mehr als verdoppeln – er liegt bei 262 Millionen Euro. „Das zeigt die Ertragskraft des operativen Geschäfts“, betonte Vorstandschef Stefan Ermisch. Parallel konnte die Abbaubank im Berichtszeitraum ihren Verlust um 25 Millionen Euro auf 101 Millionen Euro verringern. Für das gesamte Jahr geht Ermisch nach wie vor von einem Gewinn auf Vorjahresniveau von rund 100 Millionen Euro aus.

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Unverändert stärkt die Bank ihre Vorsorge für ausfallgefährdete Schiffskredite. Die Risikovorsorge stieg von 62 Millionen Euro auf knapp 200 Millionen Euro. Maßgeblich entfällt diese auf Altkredite in der Abbaubank. Bislang konnte die Bank die Vorsorge mit der zehn Milliarden Euro schweren Bilanzgarantie der Mehrheitseigner Schleswig-Holstein und Hamburg verrechnen. Doch die ist mittlerweile zumindest bilanziell ausgelastet.

„Die neue Vorsorge für notleidende Kredite fließt praktisch ab jetzt in unsere Gewinn- und Verlustrechnung ein“, kündigte Ermisch vor ein paar Tagen in einem Gespräch mit dem Handelsblatt an. So ist es geschehen. Nach Garantie belief sich die Risikovorsorge im Konzern auf 56 Millionen Euro. Insgesamt sind die notleidenden Kredite im Konzern jetzt zu 49 Prozent durch Risikovorsorge abgesichert, bei den Schiffskrediten liegt die Quote bei 58 Prozent. Das sei „solide“, urteilt die Bank. Die Schiffsmarktkrise geht ins neunte Jahr.

Durch den Abbau von Risikoaktiva, die mit Kapital unterlegt werden müssen, steigerte die Bank ihre Kernkapitalquote um 0,8 Prozentpunkte auf 14,9 Prozentpunkte. Angesichts dieser Bilanzzahlen zeigte sich Ermisch zuversichtlich, dass eine „gesamthafte, tragfähige Privatisierungslösung gelingt“. Andererseits ist für den Vorstandchef klar, dass nur die profitable Kernbank „der Anker der Privatisierung“ sein könne, wie er in dem Handelsblatt-Gespräch sagte.

Zu den Interessenten zählen in erster Linie Finanzinvestoren wie J.C. Flowers, Apollo, Cerberus und Lone Star. Auch der chinesische Versicherer Anbang soll Interesse angemeldet haben. Noch ist unsicher, wie sich die Verhaftung des Anbang-Gründers Wu Xiaohui auf das Gebot Anbangs auswirkt. Bindende Angebote erwartet Ermisch im Herbst.

Quelle:  Handelsblatt Online
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