Modehersteller und Adler-Großaktionär: Vorstand erklärt Steilmann für zahlungsunfähig

Modehersteller und Adler-Großaktionär: Vorstand erklärt Steilmann für zahlungsunfähig

, aktualisiert 23. März 2016, 23:45 Uhr
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Schon Mitte Dezember hatte Steilmann seine Prognose zurückgezogen, nun will der Modehersteller Insolvenz anmelden.

Quelle:Handelsblatt Online

Nur wenige Monate ist es her, dass Steilmann an die Börse gegangen ist. Nun will der Modehersteller und Adler-Großaktionär Insolvenz anmelden. Sanierungsverhandlungen hätten nicht zum Ziel geführt.

Wenige Monate nach dem verpatzten Börsengang ist der Modehersteller und Adler-Großaktionär Steilmann pleite. Der Vorstand sei nach umfassender Prüfung zu der Überzeugung gelangt, „dass im Zuge des aktuellen Geschäftsverlaufs die Steilmann SE zahlungsunfähig ist“, teilte die Firma am Mittwochabend mit. Bislang erfolgversprechende Sanierungsverhandlungen hätten nicht zum Ziel geführt. Der Vorstand werde daher „unverzüglich den Insolvenzantrag stellen.“

Steilmann wollte ursprünglich knapp 100 Millionen Euro über den Börsengang einnehmen, um das geplante Wachstum zu finanzieren und die Mehrheit an der börsennotierten Modekette Adler zu übernehmen. Doch die Nachfrage nach Steilmann-Aktien war schwach und Vorstandschef Michele Puller musste sich mit 8,8 Millionen Euro begnügen. Er zog die Börsennotiz dennoch durch, um sich „strategische Optionen“ offen zu halten.

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Mitte Dezember hatten sowohl Steilmann wie auch Adler ihre Prognosen kassiert und begründeten dies mit den schwachen Geschäften infolge des milden Winterwetters.

Börsengang von Steilmann Unbeirrbar aufs Börsenparkett

Trotz schwierigen Aktienmarkts und zuletzt eher zäher Börsengänge bei Schaeffler, Covestro und Co. halten einige Kandidaten unbeirrt an ihren Plänen fest. Der Gang aufs Parkett wird so zum Sprung ins kalte Wasser.

Das Modeunternehmen Steilmann will durch einen Börsengang Kapital für die Mehrheitsübernahme an der Modekette Adler einsammeln Quelle: dpa

Die Familie um Vorstandschef Puller hatte den 1958 von Klaus Steilmann gegründeten Damenmodenhersteller in den vergangenen Jahren schrittweise übernommen. Zu dem Unternehmen, das sich auf die Altersgruppe der über 45-Jährigen konzentriert, gehören neben „Steilmann“ unter anderem die Marken „Apanage“ und „Kapalua“ sowie Boecker-Modehäuser. Außerdem zählt die börsennotierte Modekette Adler dazu, an der Steilmann zusammen mit dem Investor Equinox die Mehrheit hält. 2014 setzte die Steilmann SE mit 8300 Mitarbeitern in 18 Ländern rund 900 Millionen Euro um.

Quelle:  Handelsblatt Online
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