Münchener Rück: Versicherung sieht sich auf Kurs

Münchener Rück: Versicherung sieht sich auf Kurs

, aktualisiert 26. April 2017, 11:10 Uhr
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Der Stabwechsel wird von zwei kritischen Abstimmungen überschattet.

Quelle:Handelsblatt Online

Der scheidende Chef Nikolaus von Bomhard sieht die Münchener Rück auf Kurs. Das Gewinnziel werde erreicht – trotz niedriger Zinsen und Preisdruck. Mit Spannung wird das Votum zur Vergütung und zum Kapitalrahmen erwartet.

MünchenDie Münchener Rück ist in diesem Jahr von negativen Überraschungen bisher verschont geblieben. „Nach einer ersten Einschätzung des Geschäftsverlaufs in den ersten drei Monaten liegen wir erfreulicherweise gut auf Kurs, um unser Gewinnziel zu erreichen“, sagte der scheidende Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Mittwoch laut Redetext auf der Hauptversammlung in München.

Der weltgrößte Rückversicherer geht für 2017 von einem Gewinnrückgang auf 2,0 bis 2,4 (Vorjahr: 2,6) Milliarden Euro aus. Grund dafür sind die niedrigen Zinsen und der Preisdruck in der traditionellen Rückversicherung. Das Gewinnziel sei deshalb „durchaus ambitioniert. Profitables Wachstum ist derzeit nicht in einem Maße zu erzielen, dass die Ertragseinbußen vollkommen kompensiert werden könnten“, sagte von Bomhard.

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Der 60-Jährige gibt seinen Posten mit Ende der Hauptversammlung nach 13 Jahren an Joachim Wenning (52) ab, der im Vorstand der Münchener Rück zuletzt für das Leben-Rückversicherungsgeschäft verantwortlich war. Die Münchener Rück versucht, sich mit neuen Produkten und der Nutzung von großen Datenmengen von der Konkurrenz abzusetzen und damit dem Preisdruck zu entgehen. „Unser Anspruch ist es, die Chancen und Risiken neuer Technologien früher und besser zu verstehen als die Konkurrenz und auf Basis dieses Wissens neuartige Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln“, sagte von Bomhard. „Mein Nachfolger Joachim Wenning wird diese Potenziale kraftvoll entwickeln und in absehbarer Zeit auch wieder steigende Gewinne erzielen.“

Der Preisrückgang in der Rückversicherung habe sich bereits stark verlangsamt, bei den Zinsen sei – wenigstens in den USA – ein Silberstreif am Horizont zu erkennen. Seit 2013 war der Gewinn der Münchener Rück um insgesamt 700 Millionen Euro, fast ein Viertel, geschrumpft.

Überschattet wird der Stabwechsel von zwei kritischen Abstimmungen. Das Vergütungssystem droht bei den Aktionären durchzufallen, weil der US-Stimmrechtsberater ISS es für nicht transparent genug hält.

Eine ebenfalls drohende Niederlage bei der Abstimmung über den neuen Kapitalrahmen von 50 Prozent will die Münchener Rück mit der Selbstverpflichtung abwenden, das Kapital um nicht mehr als ein Drittel zu erhöhen. Gegen eine großzügigere Ermächtigung hatten sich große Fonds gewehrt, die um ihr Mitspracherecht bei großen Übernahmen fürchten. Doch ob die Münchener Rück mit dem Einlenken noch genügend Aktionäre erreicht, die sich vorher auf ein Votum festgelegt haben, ist offen. Die Münchener Rück braucht eine Dreiviertel-Mehrheit für den Kapitalbeschluss.

Quelle:  Handelsblatt Online
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